Namibia 2. Teil: Lange (Foto)Tage mit Claudia und Thomas

Posted by on April 28, 2013

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Kurz nach dem Mittag können wir Claudia und Thomas endlich begrüßen. Die Freude ist beidseitig groß, haben wir uns doch 10 Monate nicht mehr gesehen.

Den ersten Tag starten wir noch gemächlich. Die ersten 11 Tage wird Karsten unser Tourguide sein und Claudia und Thomas werden in seinem Fahrzeug mitreiten. Die Fahrt zur Spitzkoppe ist kurz und früh am Nachmittag richten wir unseren Campingplatz ein. Wir staunen nicht schlecht, wie luxuriös man auch campen kann. Tisch, Beistelltisch, Handwaschbecken, große Feldbetten, Nachttisch, es hört nicht auf.  Das Aufstellen braucht seine Zeit. Wir packen alle wacker mit an, trotzdem werden wir täglich mehrere Stunden damit verbringen, alles einzurichten und wieder abzubauen. Das ist ok, da Pädy und ich ja nicht jeden Tag besorgt sein müssen, einen Schlafplatz zu finden. Dafür ist Karsten zuständig. Es ist noch genug Zeit für eine Erkundungstour und wir kraxeln munter auf den tollen Felsformationen herum.

Claudia und Thomas genießen ihre Ferien und entsprechend sollen sie ein wenig ausschlafen dürfen!? Leider weit gefehlt. Am nächsten Morgen geht der Wecker vor 5 Uhr los und für uns heisst es Dach zusammenklappen und Defender abfahrtbereit machen. Die beiden sind begeisterte Fotografen und wollen natürlich immer bei den besten Lichtverhältnissen ihre Fotos schiessen. Ich hätte gedacht, dass sei von Sonnenauf- bis untergang (also eine beschränkte Zeitspanne). Noch weiter daneben. Die besten Verhältnisse sind lange vor und nach Sonnenauf- und untergang. Wir werden auch in den nächsten Wochen lernen, dass die blaue Stunde absolut nichts mit einem Sundowner zu tun hat 1). Wir fahren also im Dunkeln hinter die Spitzkoppe, da dort die Sonne aufgehen wird. Bei einem 50m hohen Felshügel halten wir an und klettern hinauf. Wir mit leichter Kamera und warmen Wolldecken, die beiden mit schwerer Kameraausrüstung und Stativ. Oben angekommen, breiten wir die Decken aus und versuchen, ein wenig Schlaf nachzuholen. Sie bauen die Kameras auf  und beginnen mit dem ersten unsichtbaren Licht an zu fotografieren. Lange halten wir es dann doch nicht aus, wir werden neugierig und stellen viele Fragen. Das ist der Beginn unserer Bemühungen, die Qualität unserer Fotos zu erhöhen. Entsprechend bitten wir unsere Leser, sich positiv zu den Fotos zu äußern, damit sich unsere Lehrmeister in ihren Anstrengungen bestätigt sehen.

Um 7:50 Uhr ist die Sonne voll da und wir fahren zum Camp um zu frühstücken. Drei Stunden später sind wir mit Essen und Aufräumen fertig und wir fahren zum nächsten Ziel, dem Messum Krater. Ein letzter Vergleich: alleine unterwegs, sind Pädy und ich innerhalb einer halben Stunde nach dem Aufstehen abfahrtbereit, inkl. Morgentoilette und Defender umbauen. Da wir ja nicht für den Tagesablauf verantwortlich sind, nehmen wir das neue Tempo sehr gelassen.

Der Messum Krater ist ein echtes Highlight. Die Farben und Formen von Sand und Gestein sind außerordentlich vielfältig und im Krater drin sehen wir gerade mal 2 Autos. Wir durchqueren ihn von Ost nach West. Der Osten ist definitiv nur für Geländefahrzeuge. So fahren wir langsam und machen immer wieder Halt, um das Gelände zu begutachten und zu fotografieren. Am Abend campen wir an einem abgelegenen Hügel, wo wir einen tollen Blick über die Ebenen haben. Stille und Sternenhimmel sind wie oftmals auf unserer Afrikareise einfach einmalig.

Bei der Ausfahrt aus dem Krater fahren wir an Hunderten von Welwitschias vorbei. An der Küste drehen wir nordwärts in Richtung Skeleton Küste. Heutiges Ziel ist Palmwag, wo wir bei der uns bekannten Palmwag Lodge campen.

Die nächsten vier Tage verbringen wir im Hoarusib-, Ganamob- und Hoanibtal. Diese Täler sind bekannt für ihre Wüstenelefanten, spannende Landschaften und 4×4 Liebhaber kommen auch auf ihre Kosten. Aufgrund Letzterem ist es für alle beruhigend in einem 2er Konvoi zu fahren. Wir sind zwei Nächte in Purros auf dem Campingplatz. Dieser hat schattige und sehr idyllische Plätze, von den anderen wenigen Gästen bekommen wir nichts mit. Auch freuen wir uns, an diesem abgelegenen und kargen Ort eine richtige Dusche zu haben.

Bei Purros hat es ein paar Quellen, welche ein wenig Grün gedeihen lassen. Das Wasser fließt durch das Hoarusibtal, durch welches wir zwei Mal fahren werden. Der Fluss ist momentan nicht tief und die vielen Wasserdurchfahrten machen einfach nur Spass. Wir sehen Springböcke und Oryxe, Elefanten aber noch keine. Zu unserer riesigen Freude entdecken wir ein Nashorn: was für eine Seltenheit in dieser Gegend!

Die dritte Nacht verbringen wir im Ganamobtal. Die Fahrt dorthin führt durch Hoanib und dort entdecken wir die ersten Elefanten. Im Ganamob campen wir frei, was zulässig ist. So sehr wir die freie Natur und Wildnis lieben, bei solchen Gelegenheiten bin ich dankbar, dass wir ein Porta Potti dabei haben.

Am nächsten Tag stoßen wir auf eine größere Gruppe Elefanten. Sie haben mehrere Kleine bei sich und entsprechend vorsichtig fahren wir an ihnen vorbei. Alles geht gut, bis wir zur letzten Gruppe kommen. Diese hat zwei kleine Elefanten, sie stehen auf “unserem” Track und kommen in unsere Richtung. Mama Elefant ist gar nicht erfreut. Wir warten, fahren rückwärts, sie kommen wieder näher. Wir fahren weiter zurück. Irgendwann entfernen sie sich ein wenig vom Track und Karsten fährt an ihnen vorbei. Prompt rücken sie wieder näher. Pädy und ich warten, setzen wieder zurück. Mama Elefant beruhigt sich, lässt Raum und auch wir schlüpfen durch.

Wir übernachten in der Khowarib Lodge (in einem Chalet), die nahe der “Haupt” Strasse liegt. Wir haben viel Glück im Unglück: das Auto von Karsten hat Motorschaden und muss abgeschleppt werden. Gut, dass dies nicht in der Wildnis passiert ist! Er organisiert ein anderes Fahrzeug, welches am nächsten Tag gebracht wird. Kurz vor Mittag können wir losfahren.

Wir steuern Etosha NP an. Den Westen kennen wir noch nicht und das Highlight des Tages ist die Dolomite Lodge. Unser Chalet ist ein Traum und wir nützen die paar Minuten vor dem Abendessen, um in den Privat-Minipool zu springen. Wir haben viel zuwenig Zeit, die Anlage zu genießen, denn am nächsten Morgen wollen wir wieder früh raus, um Tiere zu beobachten. Die nächste Nacht verbringen wir in Okaukuejo Camp. Das Zimmer ist nett, kann aber mit Dolomite Camp nicht mithalten. So schnell können Ansprüche wachsen (:-)).

Die Zeit mit Karsten geht zu Ende und wir verabschieden uns von ihm in Windhoek. Claudia und Thomas übernehmen einen Mietwagen und zu viert wollen wir in den nächsten zwei Wochen den Süden Namibias erkunden. Die Übernahme verläuft problemlos, wir gehen einkaufen und am frühen Nachmittag fahren wir Richtung Sesriem. Claudia möchte unbedingt über den Spreetshoogte Pass fahren. Das ist der zweitsteilste Pass in Namibia, mit Gradienten bis 1:4. Die Westseite ist harmlos, wir sind auf dem Pass kaum dass er begonnen hat. Die Ostseite hat es in sich: gnadenlos steil geht es hinunter. Tiefer Gang in der Untersetzung und wir kriechen langsam den Berg hinunter. Natürlich geht alles gut, sonst gäbe es ja diesen Bericht nicht.

Die Zeit vergeht (ja, auch mit fotografieren) und wir beschließen, ein Nachtlager zu suchen. Wir entscheiden uns für Camp Gecko, welches von Schweizern geführt wird. Bis wir unseren Platz ausgewählt haben ist der Sundowner schon fast vorbei. Wir beeilen uns und ganz knapp vor Sonnenuntergang stoßen wir mit einem Drink an. Das war das erste Mal, wo es mit Sundowner knapp war, etliche weitere werden folgen. Das kann unsere gute Laune aber jeweils nicht beeinträchtigen.

In Sossusvlei heißt es wieder früh aufstehen. Das Gate öffnet um 5 Uhr. Etwa 30 Fahrzeuge wollen so früh los und Hektik bricht aus. Wir erreichen das Dead Vlei vor Sonnenaufgang und dann haben wir viel Zeit zum fotografieren. Claudia und Thomas stehen wieder mit Rat und Tat zur Seite. Wir verbringen die Mittaghitze im Schatten bei Sossosvlei und stapfen dann auf diese Düne hinauf. Es geht einfacher als erwartet und wir können die Aussicht oben wirklich genießen. Für den Sundowner wird’s noch einmal hektisch, wir schaffen es knapp. Zum Nachtisch gibt es Palatschinken – von Robert und Anna – unseren Freunden aus Wien. Völlig überraschend haben wir sie heute getroffen und natürlich wollen wir ein paar Stunden mit ihnen zusammensitzen und plaudern.

Nach zwei Nächten Sossusvlei fahren wir weiter über das landschaftlich wunderschöne Pad 707, einer Strasse der Naukluft entlang.

Hier bleiben wir eine Nacht bei Koiimasis und eine Nacht bei Gunsbewys. Gunsbewys wird von Frau Gräbner geführt. Wir haben gehört, dass sie über 80 Jahre alt ist. Trotzdem oder unabhängig davon führt sie regelmäßig mehrstündige Wanderungen durch die Dünen durch. Um 6 Uhr morgens holt sie uns mit ihrem Bakkie auf dem Campingplatz ab. Wir fahren auf dem offenen Wagen ein paar KM entlang der Dünen bevor es loslaufen heißt. Frau Gräbner kennt alle Käfer, Spinnen und Gräser und wir lernen viel. Wir haben vorgängig etliches über sie gelesen. So erschrecken wir auch nicht besonders, als sie sich vor uns flach in den Sand wirft, zufrieden mit einem Weissrandkäfer in der Hand wieder aufsteht und uns die Besonderheiten dieses Käfers erläutert.

Vor der Abreise empfiehlt sie uns ein B&B in Lüderitz, unserer nächsten Station. Eine wirklich tolle Frau. Das empfohlene BB ist schön am Atlantik gelegen und sehr schmuck. Da Lüderitz auch häufig feucht und nebelig ist, ist ein Bett in einem festen Haus angebracht – wir sind ja keine Hardcore Camper. Highlight ist neben einer kühlen Bootsfahrt zu Delphinen und Pinguinen ein Ausflug zu Kolmanns Kuppe. Das ist eine Geisterstadt aus dem letzten Jahrhundert. Claudia und Thomas sind begeistert, Pädy findet es auch spannend. Für einmal kann ich ihre Begeisterung nicht teilen. Nach kurzer Zeit finde ich Sandhaufen in verrottenden Häusern ziemlich langweilig. Ich lasse ihnen ihre Freude und ziehe mich ins nette Kaffee zurück.

Eigentlich wollen wir heute noch weiter zum Orange River. Frau Gräbner hat uns aber gewarnt, dass die Strecke wegen Überschwemmungen gesperrt sein könnte. In Lüderitz haben wir nur halbwegs zuverlässige Informationen erhalten und so wollen wir beim Abzweiger zum Fluss bei der Polizei nachfragen. Auf der Polizeistation merken wir schnell, dass sie überhaupt nicht informiert sind. Wir entscheiden uns, via Fish River Canyon zu fahren.

Kurz vor dem Parkeingang finden wir eine nette Lodge mit Camping. Es gibt nicht viele Camper und wir genießen die Ruhe. Der Fish River Canyon ist ein wenig kleiner als der Grand Canyon. Es hat aber ein paar sehr schöne Aussichtspunkte und vor allem, man muss die Aussicht nicht mit mehreren Tausend anderen Besuchern teilen. Ein Besuch lohnt allemal.

Als ein klein wenig enttäuschend entpuppt sich der nächste Ort: Ais Ais. Hier hat es heiße Quellen, zudem möchten wir wandern. Hier beginnt der mehrtägige Fish River Canyon Hike und wir stapfen im trockenen Flussbett los. Bald merken wir, dass im Sand wandern nicht toll ist und auch die Aussicht im Canyon drin ist nicht berauschend. Wir kehren um. Das Baden in den heißen Quellen ist indoor und wir ärgern uns über den schlechten Zustand der Sanitäranlagen: Dusche oben und unten verstopft und schmutzig. Trotzdem genießen wir das heiße Wasser im Pool. Gott sei Dank ist der Campingplatz sauber und nett.

Am Orange River nächtigen wir bei der Norotshama Lodge. Ein kleines Bijoux im Grünen, da der Orange River das ganze Jahr Wasser führt. Eine Kanutour soll unsere Sportbilanz etwas aus den Miesen ziehen. Mit drei Kanus ziehen wir los. Unser Guide weiß nicht viel zu erzählen, immerhin wir verfahren uns nicht auf diesem einarmigen Fluss und der Guide sagt uns rechtzeitig, wo wir abgeholt werden. Nämlich dort, wo das einzige Auto am Fluss steht. Die Fahrt ist abwechslungsreich, wir sehen viele Vögel und das Paddeln strengt uns recht an. Zumindest die Leute, die nicht fotografieren müssen. Bei der Rückfahrt auf dem offenen Bakkie sind wir zufrieden mit uns und wir freuen uns auf ein kühles Getränk. An unserem letzten gemeinsamen Abend lassen wir uns im Restaurant verwöhnen und wir gehen bald zu Bett.

Am nächsten Morgen fahren wir nach Noordover, der Grenze zu Südafrika. Pädy und ich fahren weiter südwärts, Claudia und Thomas müssen nordwärts Richtung Windhoek. Wir sind ein wenig traurig über den Abschied, wissen aber, dass wir uns in ein paar Wochen bereits wieder sehen werden. Das macht es ein wenig einfacher.

In den nächsten Wochen müssen wir nun den Verlad des Defenders vorbereiten und natürlich wollen wir noch einmal einige Freunde in und um Kapstadt besuchen…

 

One Response to Namibia 2. Teil: Lange (Foto)Tage mit Claudia und Thomas

  1. Margot Meyer

    Wieder ein super Bericht und von Jngrid sagenhaft verfasst, ich lese alle Bericht mit grosser Freude und habe fast alle ausgedruckt, leider habe ich die ERSTEN Bericht verpasst sie auszudrucken!
    Margot

    Ich freue mich auf das Wiedersehen!