Südafrika, Letzter Teil

Posted by on Juli 5, 2013

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Zum letzten Mal werden wir nun den uns schon bestens bekannten Grenzübergang in Noordoewer/Vioolsdrif von Namibia nach Südafrika überqueren. Wir sind gespannt, ob sie uns noch nach Südafrika reinlassen, haben wir doch unser Zeitkontingent fast aufgebraucht. Südafrika ist das einzige Land, in welchem man beim Grenzübertritt nicht mehr die Ein- und Ausreiseformulare ausfüllen muss. Hier geht alles „automatisch“. Der Pass wird gescannt und der Computer entscheidet ob die Einreise möglich ist. Bei uns geht alles gut, grünes Licht für die letzten Wochen auf dem afrikanischen Kontinent.

Die erste Nacht verbringen wir in der Augrabies Falls Lodge auf dem Campingplatz. Allerdings haben wir uns etwas anderes, schöneres vorgestellt, nachdem wir das staatliche Restcamp in Augrabies Falls als sehr schön kennen gelernt haben. Nun ja, es geht ja nur um einen sicheren Schlafplatz und so bleiben wir auf diesem wenig spektakulären Platz.

Früh morgens geht die Reise weiter mit dem Ziel Brittstown. Uns erwartet eine sehr nette, kleine Lodge mit netten Cottages, fünf sehr schönen Campingplätzen und einem gut sortierten Bauernladen mit allerlei frischen Produkten.

Tagsüber ist es noch immer wunderbar warm, gegen Abend, sobald die Sonne am Horizont verschwindet, wird es schon recht kühl. Wir essen ein frühes Abendessen und verziehen uns bei eintretender Dunkelheit in unser warmes „Haus“.

Wir freuen uns auf unser heutiges Tagesziel, den Mountain Zebra Nationalpark in der Karoo. Am Anfang unserer Reise haben wir bereits eine schöne und interessante Zeit in diesem Park verbracht. Dieser Park ist zweifelsfrei einer unserer Lieblingsparks in Südafrika. Beim Einchecken an der Reception erfahren wir, dass heute irgendwo im Park drei Löwen ausgewildert werden. Diese sind seit vielen Jahren die ersten Raubtiere im Park. Nun ist die sorgenfreie Zeit für alle Gazellen, Gnus und Zebras vorbei. Ab heute müssen sie ständig auf der Hut sein, nicht zur nächsten Löwenmalzeit zu werden. Wir fahren über die wunderschönen Hochebenen und über den aussichtsreichen 4×4-Track und können viele Antilopen, Büffel, Schakale und die seltenen Bergzebras beobachten. Die Löwen bekommen wir leider nicht zu Gesicht. Nach einer sternenklaren und recht kalten Nacht machen wir uns auf den Weg nach Graaff-Reinet, allerdings nicht ohne zuvor noch einmal den Park auf seinen schönen Tracks zu durchfahren. Dort besuchen wir unsere Freunde Pam und René. Ganz am Anfang unserer Reise haben wir sie das erste Mal besucht und einen schönen Abend miteinander verbracht.

Wir werden von Pam, René und ihren beiden Hunden Häxli und Schwyz herzlich und stürmisch empfangen. Wir haben uns gegenseitig viel zu erzählen und so vergeht der Nachmittag im Flug. Zum Abendessen servieren uns Pam und René ein wunderbares Ragout mit reichhaltigen Gemüsebeilagen. Wir geniessen diesen Abend sehr!

Uns zieht es wieder an die wunderschöne Küste, wo wir noch einmal den Tsitsikama Nationalpark bei schönem Wetter erleben möchten. Das letzte Mal im Juni 2012 haben wir diesen Ort als sehr unwirtlich mit viel Niederschlag, Sturmböen und heftigem Wellengang erlebt. Campieren war unmöglich. Nun zeigt sich die Küste von ihrer allerbesten Seite. Wir bekommen einen wunderschönen Campingplatz in allererster Reihe, unmittelbar am Meer. Die Aussicht ist unbeschreiblich. Auch der befürchtete stetige Wind am Meer bleibt aus, sodass wir die einmalige Lage so richtig auskosten können.

Wir schnüren die Trekkingschuhe und wandern den ersten Teil des bekannten Otter Trails, einer der berühmtesten Wanderwege weltweit. Dieser führt über dutzende von Kilometer direkt entlang der wilden und doch lieblichen Küstenlinie. Leider dürfen wir nur wenige Kilometer bis zum Wasserfall wandern, weil wir kein Permit bekommen. Dieser Trail darf täglich nur von wenigen Wanderern nach vorangehender Permitlotterie begangen werden.

Wir fahren am nächsten Tag weiter entlang der Garden Route in Richtung südlichster Punkt des afrikanischen Kontinents, dem Cape Aghulas. Das Wetter spielt nicht ganz so mit, wie wir uns das gewünscht haben. Der Himmel ist ziemlich bewölkt und die Sonne dadurch meist verdeckt. Eigentlich wollten wir ein kleines schnuckeliges Häuschen direkt am Meer beziehen, aber zu viele andere Touristen und Einheimische haben dieselben Pläne, und vor allem eine Reservierung. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als noch einmal ein paar Kilometer zu fahren um eine verfügbare Unterkunft für heute Nacht zu finden.

Nun wird es langsam Zeit, uns in der Nähe von Kapstadt einzurichten. Morgen um 9 Uhr haben wir eine Besprechung mit unserem Frachtagenten in der Innenstadt. Wir übernachten wieder direkt am Meer in Melkbostrand wenig ausserhalb von Kapstadt.

Zum Glück haben wir für den Weg zum Agenten genügend Zeitreserven eingeplant…der morgendliche Pendlerverkehr hält uns mächtig auf und lässt die Zeitreserven schmelzen. Auf den letzten Drücker schaffen wir es, mehr oder weniger pünktlich (5 Minuten Verspätung) zum Termin. Leider bringt diese Besprechung nichts Positives. Die beiden für uns zuständigen Mitarbeiterinnen sind nicht die hellsten und haben nicht die wesentlichen Informationen für uns bereit. Dafür schockieren sie uns mit der Aussage, dass wir für unseren Defender für die Einreise in Australien eine besondere Bewilligung brauchen. Diese Information hätten sie vom Agenten in Melbourne, und der sollte es ja wissen. Wo und wie wir diese Bewilligung bekommen, wissen sie allerdings nicht. Frustriert und leicht gestresst verlassen wir das Meeting in der Hoffnung, dass wir die fehlenden Informationen wie versprochen in den nächsten Tagen per Mail bekommen.

Wir fahren mit einem mulmigen Gefühl nach Franschhoek in Marc’s Backpackers und richten unser mobiles Büro ein, damit wir der Sache mit dem Permit für Australien auf den Grund gehen können. Das Kritische an der Sache ist, dass wir laut ersten Aussagen den Wagen auf keinen Fall vor dem Erhalt dieser Einfuhrbewilligung auf die Reise schicken dürfen, weil dies eine „legal offence“ ist, eine kriminelle Handlung und nicht etwa nur ein Kavaliersdelikt.

Also googeln wir was das Zeug hält. Die gewonnenen Informationen sind alles andere als „klärend“. Verschiedene Homepages verschiedener Ministerien geben nur vage Informationen und machen uns immer unsicherer. Ingrid beginnt nun damit, den verschiedenen Ministerien Mails zu schreiben und unser Anliegen und die Umstände zu erklären. Die Antworten sind leider nicht sehr aufschlussreich und stellen neue Fragen in den Raum. Zumindest haben wir nun einige Telefonnummern an welche wir uns hoffnungsvoll wenden. Nach einigen „Nullnummern“, d.h. Ministeriumsmitarbeiter ohne Ahnung finden wir endlich unseren Erlöser!!! Grant hört unseren Schilderungen genau zu und gibt uns nur eine, aber eine schlüssige Antwort. Wir brauchen keine zusätzliche Einfuhrerlaubnis für unseren Defender, PUNKT. Wir sind erleichtert und kommen wieder etwas zur Ruhe, denn wenn wir eine solche Bewilligung gebraucht hätten, hätten wir die ganze Weiterreise nach Australien in Frage gestellt.

Heute haben wir einen Termin bei Russel, unserem Freund und Mechaniker. Wir wollen unseren Defender nochmals bis auf die letzte Schraube warten und revidieren. Die 55’000 Kilometer auf Afrikas Strasse haben einige Spuren hinterlassen. Neben dem normalen Service mit allen Ölwechsel (Motor, Getriebe, Achsen, Differential,…) wollen wir auch das ganze Getriebe revidieren und ein Lager ersetzen. Da Russels Wagenlift defekt ist, treffen wir uns in der grossen Privatgarage von Fredy nahe Stellenbosch. Fredy ist ein guter Freund und Mentor von Russel und hat ihm alle Fertigkeiten rund um die Wartung von Defendern beigebracht. Die Garage gehört zu einem grossen Privatgestüt und dient zur Wartung des Maschinenparks. Neben mehreren Defendern in verschiedenen Umbaustadien und 3 Rolls Royce Oldtimern hat es viel Platz für unseren Defender.

Wir beginnen mit dem Ausbau des Getriebes und kommen flott voran. Fredy und Russel arbeiten sehr genau und analysieren jedes Getriebeteil auf dessen Abnützung, erklären uns jeden Arbeitsschritt und spannen uns in die Arbeitsprozesse ein. Jede Schraube wird poliert und wieder wie neu gemacht, das braucht Zeit. Langsam kommt die Dämmerung und das Getriebe ist noch nicht fertig zusammengebaut.

Fredy holt einen grossen Grill, feuert an und beginnt mit einem echten afrikanischen Braii. Nun wird uns klar, dass wir wohl erst morgen das Getriebe einbauen werden. Da unser Auto nicht nur unser Fortbewegungsmittel ist, sondern auch unser Haus, schlafen wir halt im Defender in der Werkstatt.

Am nächsten Morgen sind alle beizeiten wieder zurück und wir setzen das Getriebe wieder ein. Probefahrt…alles funktioniert prächtig und kein Geräusch mehr im 5. Gang. PERFEKT!

Mission beendet, Defender in Top Zustand und bereit für Australien.

Die nächsten Tage sind wir bei Rolf und Anita in Somerset West eingeladen. Wir haben die beiden am Lake Malawi kennen gelernt und waren uns sofort gegenseitig sympathisch. Sie leben seit 3 Jahren permanent in Südafrika und sind sehr gastfreundlich. Wir werden herzlich empfangen und verbringen einen schönen Abend zusammen. Die nächsten drei Tage werden wir bei Rolf und Anita leben und weitere Vorbereitungen treffen. Wir machen auch zwei wunderschöne Wanderungen in der Kapregion und sehen noch einmal Chapmans Peak und Hout Bay aus der Vogelperspektive. Da Rolf und Anita für zwei Monate nach und durch Australien reisen, räumen wir unser lieb gewordenes Zimmer und verabschieden uns herzlich von den beiden, mit dem gegenseitigen Versprechen, uns wieder zu treffen, wo auch immer.

Die letzten Tage und Nächte in Kapstadt sind wir im Bayflowers Guesthouse, ganz in der Nähe der Waterfront. Jetzt geht es an das definitive Auf- und Umräumen des Defenders sowie das Packen unserer Rucksäcke für den Rückflug in die Schweiz. Auch hier werden wir von Michael wieder herzlich empfangen und wir bekommen sein bestes Zimmer mit einer riesigen Terrasse mit Sicht auf Green Point und das Meer.

Der zweitletzte Tag bricht an und wir müssen schon früh aus den Federn. Wir haben den Termin mit dem Frachtagenten und dem Zoll um 07.30 Uhr im Frachthafen. Um sicher zur rechten Zeit am Treffpunkt zu sein, fahren wir früh los. Es sind theoretisch nur 15 Minuten Fahrt, aber beim morgendlichen Berufsverkehr weiss man nie, wie lange es effektiv dauert. Nach 15 Minuten treffen wir am Terminal ein, 30 Minuten zu früh. Aber oh Schreck, wir haben in der Hektik das Wichtigste im Hotel vergessen, das Carnet de Passage, welches der Zoll definitiv abstempeln muss. So jagen wir den Defender wieder zurück ins Hotel, packen das Carnet und hetzen ein weiteres Mal durch die gesamte Innenstadt. Unser Navi erweist sich dabei als sehr hilfreich. Auf die Minute pünktlich treffen wir am vereinbarten Ort ein…und sind die Einzigen. Wir warten 10, 15, 20 Minuten, dann kommt unser Agent…alleine. Wo ist der Zöllner? Wo ist unser Container? Unser Agent erkundigt sich beim Vorarbeiter über den Verbleib unseres Containers. Zuerst wurde demnach ein zu kleiner Container bestellt und geliefert. Der zweite war lange genug aber nicht genügend hoch. Der dritte gelieferte Container war wieder die Nummer Eins, und der vierte, nun hoffentlich richtige Container steckt irgendwo in der langen Lastwagenschlange vor dem Hafeneingang. So warten wir also 4 Stunden mit unserem auf Hochglanz polierten Defender und müssen zusehen wie dieser wieder langsam von einer Staubschicht bedeckt wird. Wir vertreiben uns die Zeit mit „Rundlauf“ um das Auto, bewaffnet mit Putz-/Staub-Tüchern. Endlich, mit ca. einer Stunde Verspätung kommt die Zöllnerin und keift uns mit einer Stinklaune an, wo zum Teufel unser Carnet de Passage sei. Völlig verdutzt und leicht säuerlich über die ungehaltene Begrüssung überreichen wir ihr das Carnet. In weiterhin schaurigen Ton belehrt sie uns, dass sie das Carnet bereits am Vortag gebraucht hätte und dass sie keine Lust hat, unser Fahrzeug heute abzufertigen. Weil heute Freitag ist, am Wochenende nicht gearbeitet wird, wäre das dann Montag. Wir schleimen was das Zeugs hält, erklären ihr, dass wir dieses Vorgehen mit der Agentur abgesprochen hätten und wir am kommenden Tag nach Hause fliegen.
Auch der Mitarbeiter des Agenten nimmt uns und unser Handeln in Schutz. Mürrisch poltert die Zöllnerin hin und her und will den Container sehen – Schei……! Nun erklär dieser dampfenden Furie auch noch diese Story! ABER!!! Plötzlich ändert sich ihr Ärger in Mitleid mit uns armen gepeinigten Touristen. Ihr Verhalten und ihre Stimmung hat sich von einem Moment zum anderen um 180 Grad geändert und sie bittet uns, die Chassisnummer ab unserem Auto abzulesen, damit die diese mit der Nummer im Carnet vergleichen kann. Das war’s! Wegen diesen 30 Sekunden Arbeit, hat sie so ein Drama veranstaltet, wollte uns halt zeigen, wie machtvoll ihre Position als Zollbeamtin ist. Nun, wir haben ja in diesem Jahr in Afrika viel gelernt, vor allem, ruhig zu bleiben, eine dümmliche Mine aufzusetzen und allen Respekt zu zollen, auch wenn sie es nicht verdienen!

Wir haben was wir wollen. Der Stempel ist im Carnet und der Wagen offiziell aus Südafrika exportiert. Fehlt nur noch der Container.

Kurze Zeit später bekommen wir die Nachricht, dass der Container nun wirklich angekommen ist und wir mit dem Beladen beginnen können. Wir brauchen ca. 20 Minuten und der Wagen ist perfekt verstaut, verzurrt und der Container versiegelt. Hier wird er nun noch ca. 4 Wochen stehen bleiben, bis er am 26. Juni auf die MOL Distinction verladen wird und in Richtung Melbourne schippert.

Zur Entspannung unternehmen wir am Nachmittag bei schönstem Sonnenschein eine letzte Sightseeing-Tour mit den Roten Doppeldeckern durch die ganze Kapregion. Nach einem kurzen Abendessen in der Nähe des Hotels packen wir unsere Rucksäcke, ordnen alle Dokumente und gehen früh zu Bett. Morgen geht’s für 10 Wochen in die Heimat. Wir freuen uns riesig auf  Familie und Freunde.

Weiter geht’s hier in ein paar Wochen, dann mit unseren Impressionen aus „Down Under“.

One Response to Südafrika, Letzter Teil

  1. Christa+Stefan Garber

    Hallo Ihr beiden. Schön zu lesen, daß die Verschiffung nach Aus. geklappt hat. Wir freuen uns schon auf Eure Berichte von Down Under. Wir sind den ganzen Sommer bis Ende Sept. in Canada. Dort haben wir ein Haus und einen Pick-up mit Wohnkabine und erkunden die Rockies (z.T. mit unseren Kindern, die in Can. studieren). Macht Spaß.Nächstes Jahr geht der Transit nach USA, um von dort die Fahrt nach Süden zu beginnen (jeweils im Winter).
    Gruß und weiter gute Fahrt
    Christa + Stefan