Unsere ersten Tage (besser Wochen) in Australien

Posted by on August 28, 2013

Warning: mysql_get_server_info() [function.mysql-get-server-info.php]: No such file or directory in /home/meyerp4/www/wordpress/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

Warning: mysql_get_server_info() [function.mysql-get-server-info.php]: A link to the server could not be established in /home/meyerp4/www/wordpress/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_dbfunctions.php on line 10

No worries – das sind die meistgehörten Worte während unserer ersten Tage in Australien. No worries – das heisst kein Problem, keine Ursache oder auch einfach „gern geschehen“.  Leider erleben wir die ersten Tage nicht nur in diesem Sinne. Der Reihe nach: Nach einer langen Anreise via Doha landen wir 24 Stunden nach Abflug von Zürich pünktlich in Melbourne. Korrekt geben wir auf der Immigrationskarte an, dass wir Lebensmittel (Schokolade, getrocknete Früchte, Energieriegel)  mit uns führen. Gespannt warten wir, was damit beim Zoll passieren wird. Wir nehmen unser Gepäck vollständig entgegen (inkl. unserem neuen Solarpanel) und gehen zum Zoll. Dort werden wir überraschend schnell durchgewunken, nachdem wir angegeben haben, welche Lebensmittel wir mit uns führen. Kurz vor Mitternacht kommen wir müde, aber sehr zufrieden in unserem Hotel an.

Am nächsten Tag haben wir einen Termin mit unserem Frachtagenten. Bisher hatten wir nicht viel Glück mit dieser Firma. Kurz vor Verschiffung unseres Defenders in Kapstadt Mitte Mai hatte uns der Agent informiert, dass wir eine staatliche Bewilligung für den Import des Autos nach Australien brauchen! Das entsprach nicht unseren vorgängigen eigenen Abklärungen. Wir kamen gehörig ins Rotieren bei unseren weiteren Abklärungen. Hilfreich war der Agent in dieser Situation überhaupt nicht, seine angegebenen Telefonnummern und Internetseiten der relevanten Behörden waren entweder falsch oder absolut unnütz. Kurz vor Verladen des Defenders hatten wir dann die schriftlichen Bestätigungen von etlichen Behörden und dem australischen Automobilclub, dass unser geplanter Weg mit dem Carnet korrekt ist. Am Meeting war unsere Ansprechperson wiederum negativ und startete auch gleich mit einer schlechten Nachricht. Das Schiff mit unserem Container hat drei Tage Verspätung, wird also erst am 8. August in Melbourne einlaufen. Drei Tage später ruft uns der Agent wieder an mit der Nachricht, dass der Zoll unseren Container nicht nur inspizieren sondern auch noch röntgen will. Kostet uns zusätzliche drei Tage. Letztendlich kommt der Container am 8. August an, bis dann aber Zoll und Hin- und Herfahren des Containers zum Röntgen und mit den Wochenenden dazwischen die Quarantäne-Behörde unser Auto endlich untersucht, wird es Montag, der 19. August! Die Mitarbeiter dieser Behörde schauen den Wagen eine Stunde an mit dem Ergebnis, dass sie beeindruckt sind von der Sauberkeit unseres Wagens (das ist kein Witz, wurde uns so vom Manager der Quarantänestation so mitgeteilt). Damit sind keine teueren Nachreinigungen notwendig. Wir sind zufrieden, unser grosser Einsatz in Kapstadt hat sich ausgezahlt. Wir haben mit dem Agenten Diskussionen über die Begleichung ihrer Rechnung Wir müssen sie drängen, die Rechnung sofort auszustellen, damit wir diese bezahlen können und damit den Wagen endlich in Empfang nehmen dürfen. Wir fahren mit einem Mietwagen vom Süden in den Norden der Grossstadt, bezahlen die Rechnung cash, erhalten unser Carnet de Passage, fahren zurück zum Depot und fahren mit unserem Wagen und dem Mietwagen in die Stadt hinein. Dort geben wir den Mietwagen ab und fahren einen nahe gelegenen Campingplatz an. Es ist lausig kalt und regnet. Trotzdem wollen wir im Auto übernachten. Wir wählen einen Ensuite Platz, d.h. wir haben unser eigenes geheiztes Badezimmer mit Dusche. Wie schon in Afrika üblich, es ist um 18 Uhr dunkel; es ist kalt und nass, entsprechend gehen wir sehr früh zu Bett…. und schlafen wunderbar.

Was haben wir sonst noch in Melbourne gemacht? Eine Grosstadt (ca. 4 Mio. Einwohner) im Winter ist nicht lustig, es ist an den meisten Tagen kalt, windig und es regnet immer wieder. So machen wir Stadtrundfahrten mit dem OeV und gehen shoppen. Wir übernachten in sog. serviced appartments. Diese haben eine kleine Küche und wir kochen am Morgen und Abend jeweils im Hotel. Melbourne ist stark geprägt von Menschen aus Asien und unser Mittagesessen ist meistens asiatisch (chinesisch, thailändisch, vietnamesisch und anderes).

Melbourne hat als eine der wenigen Grosstädte viele Fahrradspuren und ein super Vermietsystem. Dieses basiert darauf, dass die Mieter die Fahrräder nur kurz mieten, um von A nach B zu kommen. Braucht man das Fahrrad für weniger als eine halbe Stunde, bezahlt man nur eine kleine Grundtagesgebühr. So mieten wir häufig diese Räder, die gar nicht so schlecht sind, und fahren mit ihnen kreuz und quer durch die Grosstadt. Ein Aussenbezirk von Melbourne, St. Kilda, liegt am Meer und auch dahin fahren wir mit dem Fahrrad. So tun wir wenigstens etwas Kleines für unsere Fitness. Bei den Spaziergängen durch die vielen Stadtparks fallen uns die schönen bunten Vögel auf und wir finden auch bald eine IPhone App, auf welcher die australischen Vögel erklärt werden. Witzigerweise ist die App genau gleich aufgebaut wie die App mit den afrikanischen Vögeln. Es würde uns interessieren, wer hier von wem abgeschaut hat…

Melbourne hat auch einen feinen Zoo. Leider wählen wir einen Tag, an welchem das Wetter noch schlimmer als üblich ist. Es windet und kaum fahren wir mit den Rädern Richtung Zoo los, fängt es an zu regnen. Super. Wir geben nicht auf und fahren tapfer weiter. Irgendeinmal hört es schon wieder auf. Im Zoo angekommen ist es nur noch kalt und windig, aber ohne Regen. Wir spazieren durch die Anlage und erfreuen uns aber den vielen Tieren, die in recht grossen Gehegen leben. Wir verweilen länger bei den Sommervögeln, in dieser Halle ist es tropisch warm und trocken…. Im Australiengehege sind Tiere und Menschen nicht getrennt. In diesem Moment kommt ein orkanartiger Sturm mit Regen und Wind auf und Mensch und Tiere flüchten panisch um in Sicherheit zu kommen. Leider kreuzt sich mein Weg mit dem eines Wallabys. Das arme Tier rennt in mein Bein, fällt um, schüttelt sich und wir rennen beide in unterschiedliche Richtungen weiter. In einem Unterstand warten wir auf weniger Regen. Etliche Zoowege werden gesperrt aus Angst vor fallenden Ästen. Anfangs Nachmittag haben wir genug gesehen und wollen mit dem Tram in die Stadt zurückfahren. Wir warten und warten, kein Tram kommt. Irgendeinmal sagt uns ein Passant, dass wahrscheinlich ein Baum über den Schienen liegt und kein Tram kommen wird. Also laufen wir zu Fuss los an eine Station weiter in der Stadt drinnen. Ein Tram fährt vor der Nase weg, also kommt bestimmt wieder eines. Falsch. Wir warten fast eine halbe Stunde und kein Tram kommt. Also laufen wir wieder los bis wir nach etlichen Kilometer in der Innenstadt zurück sind. Am Abend hören wir in den Nachrichten, dass das wirklich ein schlimmer Sturm war und viele Bäume in der Stadt gefallen sind mit den entsprechenden Problemen. Gott sei Dank scheinen keine Menschen dem Sturm zum Opfer gefallen zu sein.

Einmal gehen wir ins Kino um einen Film mit Sandra Bullock zu sehen. Eigentlich hat sie gute Filme gemacht, dieser ist auch nicht schlecht, aber so viele „f….“ in einem Film haben wir wahrscheinlich noch nie gehört.

Da wir selber kochen, müssen wir auch einkaufen. Australien ist ein wenig weiter als die Schweiz in Bezug auf den Prozess an der Kasse. In etlichen Geschäften müssen wir die Ware selber scannen und anschliessend cash oder mit Kreditkarte bezahlen. Nach ein paar Versuchen klappt das ganz gut. Die Preise sind das, was wir erwartet haben, einfach hoch. Nach Afrika sind wir etwas schockiert. Teilweise sind sie über Schweizer Niveau (gewisse Milchprodukte wie Joghurt und Alkohol), teilweise darunter (Fleisch). Hier werden wir ganz bestimmt nicht zu Vegetariern (dafür zu Halbabstinenzlern).

An den Wochenenden sind die Hotelpreise in Melbourne wesentlich höher und häufig ausgebucht. Am dritten Wochenende haben wir keine Buchung und müssen ausziehen. Da wir die Stadt schon ziemlich gut kennen, mieten wir ein Auto und fahren aus der Stadt hinaus in die Grampians. Die Grampians bestehen aus ein paar kleinen Bergen und viel Natur. Hier planen wir intensiv zu wandern. Das Wetter macht nicht mit und es stürmt und regnet auch hier. Trotzdem gehen wir jeden Tag zumindest für ein paar Stunden wandern und die Gegend mit dem Auto erkunden. Das Gebiet gefällt uns sehr gut und wir werden sicher noch einmal hierher zurückkommen im australischen Sommer.

Kaum haben wir unseren Defender bei uns, werden die Australier neugierig und offen. So kommt es, dass bereits auf dem ersten Campingplatz ein nettes australisches Paar aus Tasmanien auf uns zukommt. Sie sind etwas verlegen, dass sie uns einfach ansprechen, die Neugierde hat aber gesiegt. Wir schwatzen etwas länger mit dem Ehemann und am Schluss gibt er uns spontan seine Telefonnummer und erklärt, wir sollen sie unbedingt besuchen, wenn wir in Tasmanien sind. Wir freuen uns, auch hier scheinen die Menschen herzlich zu sein und sicher ein wenig offener als in Europa.

Am nächsten Tag fahren wir aus Melbourne heraus and an die Küste runter nach Geelong. Hier erledigen wir noch ein paar administrative Angelegenheiten und morgen geht es endlich richtig los und wir werden an der Great Ocean Road unsere grosse Australienreise starten. Wir freuen uns riesig, nach drei Wochen Stadtleben endlich rauszukommen.

Wie erwartet, ist es der Küste entlang immer noch nass, kalt und windig. Trotzdem besuchen wir natürlich die 12 Apostel und die Londoner Brücke. Die Felskolosse trotzen dem stürmischen Wetter und wir machen schnell unsere Fotos.

Um Adelaide machen wir einen Bogen. Wir haben genug Stadt hinter uns und fahren direkt ins Barossa Valley. Hier haben wir bei unserem letzten Besuch vor acht Jahren einen wunderbaren Ausflug mit Weindegustation gemacht. Rebberge ohne Blätter sind trist im Winter und das Städtchen mitten im Tal wird wohl erst im nächsten Frühjahr wieder zum Leben erwachen. Wir fahren am nächsten Tag weiter, jetzt geht es nordwärts.

Wir fahren bis in den Flinders Range Nationalpark, wo wir zum ersten Mal einen sehr schönen, bewaldeten Campingplatz vorfinden. Hier wollen wir ein wenig wandern gehen. Da wir in der Zwischenzeit etwas erkältet sind, entscheiden wir uns für eine kürzere Wanderung auf einen der Hügel. Von oben haben wir eine wunderbare Sicht auf die umliegenden Täler und Ebenen und wir sind auch die Einzigen unterwegs.

Wir sehnen uns nach viel Wärme und entsprechend fahren wir zügig weiter in den Norden mit dem Tagesziel Coober Pedy, dem Opalstädtchen. Hier ist zum ersten Mal 30 Grad und wir sitzen am Abend draussen, bewundern den australischen Sternenhimmel und trinken ein Glas Wein mit neuen Bekannten. Highlights von Coober Pedy sind u.a. das örtliche Opalmuseum und die katholische Kirche. Beide Gebäude sind unterirdisch angelegt und somit auch im Hochsommer angenehm kühl. Unser Telekomanbieter hat uns die SIM-Karte für das neue Satellitentelefon nach Coober Pedy geschickt, es ist pünktlich angekommen und wir können weiter nordwärts fahren. Das nächste Ziel ist die Gegend um Alice Springs natürlich mit Uluru, Kata Tuta und Kings Canyon.

3 Responses to Unsere ersten Tage (besser Wochen) in Australien

  1. Franz und Doris Marbacher

    Liebe Ingrid und Pädy
    Vielen Dank für den ausführlichen Reisebericht.Unteranderm wissen wir jetzt zum mindesten wie gross Melbourne ist.Im übrigen wünschen wir Euch eine unfallfreie Fahrt quer und längs duch Australien.Bei uns ist der Sommer in eine Phase von unbestimmten Wetters eingetretten. Heute beispielsweise regnet es den ganzen Tag.Das ist sehr früh , kommt die Cota Fria normalerweise erst gegen mitte Oktober. Wir nehmen es wies kommt.
    Tausend Grüsse senden Euch, Nicky ond de Papi

  2. Franz und Doris Marbacher

    Liebe Ingrid und Pädy (das erste Mal evtl. nicht durchgegengen!)
    Vielen Dank für den ausführlichen Reisebericht. Unteranderem wissen wir jetzt zu mindest, wie gross Melbourne ist. Im übrigen wünschen wir Euch eine unfallfreie Fahrt quer und längs durch Australien. Bei uns ist der Sommer in eine Phase von unbestimmten Wetters eingetreten. Heute beispielsweise regnet es den ganzen Tag. Das ist sehr früh, kommt die Cota Fria normalerweise erst gegen Mitte Oktober. Wir nehmen es wie es kommt.
    Tausend Grüsse senden Euch, Nicky ond de Papi

  3. Margot

    Hallo Ingrid
    Mit grosser Schande muss ich geschtehen, dass ich Deinen vorzüglichen Bericht erst heute gelesen habe, grossartig, super, kenne keine anderen Superlativen für Dein Schreiben. Ich bin im Moment auf “Sanierungstour”, langsam, sehr langsam komme ich wieder auf ein gewisses Niveau zurück.
    Ich wünsche weiterhin gute Erkundungsreise, viele schöne Eindrücke und sonst alles Liebe und Gute.
    Liebe Grüsse auch an Patrick Mama, Margot