Gibb-River-Road bis Tom Price

Posted by on Oktober 10, 2013

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Kunanarra ist eine Oase in der Westaustralischen Einöde. Eine Kleinstadt welche ihre Existenz nur dem aufgestauten Fluss, der zum Lake Argyle angeschwollen ist verdankt. Von hier aus wird das Wasser in die weit verstreuten Cattle Stations gepumpt, damit die Menschen und das Vieh in der kargen Landschaft überhaupt überleben können. Wir checken einmal mehr auf einem Big4 Campingplatz ein und profitieren von unserer Memberkarte. Uns wird auf unseren ausdrücklichen Wunsch ein etwas abseits gelegener Platz ohne Strom aber dafür mit direktem Seeanstoss zugeteilt. Ein wunderbares Plätzchen! Wir entschließen uns, hier zwei Nächte zu verbringen und genießen den ganzen nächsten Tag an unserem wunderbar schattigen Plätzchen…mit nur kurzen Abstechern zum nahe gelegenen Swimmingpool. Für den Abend haben wir uns für das legendäre “Barramundi & Steak Barbeque” auf dem Campingplatz angemeldet. Neben dem wirklich leckeren und fangfrischen Barramundi und dem zarten Steak werden verschiedene Salate serviert. Dazu ein vorzüglicher australischer Rotwein, gut temperiert, aus dem eigenen Weinkeller.

Kathrine, die Managerin des Campings gibt uns einen Tipp, wo wir günstigen Diesel tanken können. Da unsere beiden Tanks nun fast leer sind, und wir wieder in eine abgelegene Gegend mit astronomischen Treibstoffpreisen reisen, tanken wir für 300 australische Dollar und haben nun beide Fahrzeugtanks und die drei Dieselkanister auf dem Dach gefüllt. Dies sollte uns bis ans andere Ende der Gibb River Road reichen.

Die Gibb River Road wurde ursprünglich zur Versorgung und zum Abtransport der Rinder von den vielen Cattle Stations in dieser gottverlassenen Gegend gebaut, heute ist sie eine der großen Abenteuerstrassen für mutige Touristen. Natürlich nicht zu vergleichen mit den wirklichen Abenteuerstrassen wie der Canning Stock Route.

Früh am Morgen fahren wir los und sind gespannt, was uns auf dieser Naturpiste auf unserem Weg ins sehr abgelegene Mitchell Plateau erwartet. Die heutige Etappe führt uns bis zur Drysdale River Crossing Station, einer Cattle Station welche ihre strategisch günstige Lage auf dem Weg zum Mitchell Plateau nutzt, um Touristen Cabins, Campingplätze und Malzeiten sowie kühle Getränke im kleinen Restaurant anzubieten.

Es ist höllisch heiß als wir völlig durchgerüttelt bei der Station ankommen. Da der Campingplatz fast keine schattenspendenden Bäume hat, entschließen wir uns zu einem kühlen Bier an der Bar, stellen unseren Wagen in die schattige Einfahrt und warten bis die Sonne ihre Kraft langsam verliert. Der Sonnenuntergang zeichnet einmal mehr wunderbare Farben an den leicht bewölkten Abendhimmel.

Noch immer steht ein langes Stück Weg zu den Mitchell Falls vor uns. Die Piste ist extrem staubig und mit wellblechartigen Passagen durchzogen. Es hat auch einige sehr steile Auf- und Abfahrten und so sind wir froh, als wir nach gut 3 Stunden Heil und an einem Stück auf dem Campingplatz am Mitchell Plateau ankommen. Wie erwartet sind nicht viele Camper hier, die meisten Touristen lassen sich per Helikopter oder Flugzeugen für einen Tagesausflug zum Plateau fliegen.

Es ist noch Vormittag und wir packen unseren Rucksack mit einem Picknick und viel Trinkwasser und nehmen die einstündige Wanderung zu den Wasserfällen unter die Füße. Es ist heiß und trocken, so müssen wir viel trinken…tun wir auch…aber schon nach wenigen Minuten ist der Mund wieder völlig ausgetrocknet. Wir durchwandern eine wunderschöne gebirgige Schluchtenlandschaft mit zum Teil üppiger Vegetation und schönen, mit Seerosen überwucherten Pools. Die Fälle selber sind zu dieser Jahreszeit (Ende der Trockenzeit) natürlich nicht so eindrucksvoll wie zur wasserreichen Jahreszeit, aber dennoch sehr eindrücklich. Wir verbringen den ganzen restlichen Tag an den Fällen und kühlen uns in den glasklaren und warmen Pools ab.

Auf dem Rückweg schließen wir uns einer australischen Familie an, welche mit großer Ortskundigkeit eine nahe Frischwasserquelle aufsucht, um die Trinkwasservorräte wieder aufzufüllen. Der Weg zu Quelle führt uns an gut verborgenen Felsenzeichnungen der Ureinwohner vorbei.

Entlang der zweiten Hälfte der Gibb River Road gibt es viele Felsschluchten mit krokodilverseuchten Wassertümpeln und Fledermaushöhlen. Leider ist eine Vielzahl der Schluchten wegen aktuell wütenden Buschfeuern geschlossen. So fahren wir wieder einmal eine Monsteretappe und kommen erst kurz vor eindunkeln beim Windjana Gorge Nationalpark an. Hier machen wir am nächsten Morgen eine ausgedehnte Wanderung in die Schlucht mit ihren Restwassertümpeln. Und wirklich tummeln sich sehr viele der relativ ungefährlichen Süsswasserkrokodile in den schlammigen Tümpeln. Eine Familie von Nacktaugen-Kakadus macht mit höllischen kreischen auf sich aufmerksam uns lässt uns verweilen uns das soziale Verhalten beobachten. Weiter hinten in der breiten Schlucht hat sich soeben eine Kolonie Flughunden mit lautem Gezeter auf mehreren Bäumen zur Tagruhe niedergelassen. Bis jeder der Flughunde seinen Platz gefunden hat und seinen Anspruch den unmittelbaren Nachbarn unmissverständlich kund getan hat, vergehen noch Stunden.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Tunnel Creek NP, bekannt durch sein eingestürzte enge Schlucht, welche nun eine grosse, lange und begehbare Höhle bildet, heim von unzähligen Fledermäusen und Flughunden.

Am späteren Nachmittag haben wir’s dann geschafft, und die 1390km Wellblechpiste der Gibb River Road hinter uns gelassen. In Derby, einem unbedeutenden Nest an der Westaustralischen Küste checken wir auf dem einzigen Campingplatz ein und suchen uns den schattigsten Platz. Es ist trotz Meeresnähe immer noch sehr heiß.

Wir freuen uns nun auf Broome, unser nächster Halt vor dem Cape Leveque. Broome ist eine schmucke kleine Touristenstadt mit tollen Stränden und Perlenzuchten. Wir verweilen nur kurz, um unsere Vorräte für den Abstecher zum abgelegenen Cape Leveque aufzustocken. Auf der Rückfahrt werden wir dann länger in Broome verweilen. Trotzdem machen wir, nach getaner Shoppingtour und obligatem Sandfahren an der für 4×4 Fahrzeuge geöffneten Nordbeach, noch einen langen Spaziergang an der wunderbaren Cable Beach.

Cape Leveque: Von den 200 Kilometer zum Cape Leveque sind die ersten 100km eine breite Sandpiste, die letzten 100km hingegen sind wunderbar asphaltiert. Unser erster Übernachtungsplatz ist in Middle Lagoon, einem einfachen, von Aboriginals geführten Campingplatz direkt am Meer. Wir suchen uns wiederum ein schattiges Plätzchen und richten uns häuslich ein und warten auf einen weiteren wunderbaren Sonnenuntergang.

Die Etappe an den äußersten Zipfel des Cape Leveque mit dem bekannten Kooljaman Holiday Resort ist ein Kinderspiel und so kommen wir schnell voran. Schnell einen Abstecher zum One Arm Point, einer Aboriginal-Siedlung mit Perlenzuchten und einer Hatchery und dann der Checkin beim Campingplatz. Leider bekommen wir nur noch einen schattenlosen “Parkplatz”…aber zum Glück direkt neben der Campkitchen mit großem schattenspendenden Wellblechdach. Die schönsten Plätze an diesem bekannten Ferienort sind jeweils Monate im Voraus ausgebucht. Zwar ohne Strom, dafür direkt am Strand mit einer eigenen Bambusveranda und Dusche.

Wir plantschen vergnügt im warmen Meer und spazieren am langen Sandstrand entlang. Cape Leveque ist einer der wenigen Orte in Australien, wo man am selben Strand den Auf- und Untergang der Sonne genießen kann. Und wirklich, beide sind fantastisch schön!

Wir genießen diese beiden Tage sehr, freuen uns aber auch wieder auf Broome, welches wir noch eingehender erkunden werden.

Da wir ja jetzt wissen, was uns auf der Rückfahrt nach Broome erwartet, gehen wir mutiger ans Werk und legen die gesamte Strecke in einem Schnurz und ohne Probleme zurück.

In Broome fahren wir zum Leuchtturm am Gantheume Point mit den einzigartigen Felsformationen vor dem türkisfarbenen Meer. Wir erspähen von den Felsen aus eine Gruppe Kanufahrer und beschließen, am nächsten Tag ebenfalls eine geführte Kanutour zu buchen.

Heute wollen wir aber erst noch das schmucke Broome erkunden. Auf dem Campingplatz treffen wir Ingrid und Manfred, zwei deutsche Langzeitreisende aus Frankfurt wieder und verabreden uns zum gemeinsamen Sundowner an der Cable Beach.

Pünktlich um 10.30 am nächsten Morgen werden wir dann zur Kanutour abgeholt. Nach einer kurzen Einführung schnappen wir uns zwei Paddel, einen wasserdichten Seesack und ein Zweierkanu…und Los geht’s!

Schon nach wenigen Paddelschlägen sehenswert die erste Wasserschildkröte und nur wenig später einen kleinen Riffhai. Wir paddeln mit dem Wind im Rücken in Richtung Leuchtturm und können jetzt die wunderbaren Felsformationen vom Wasser aus bewundern. In einer schattigen Höhle machen wir Mittagsrast und erholen uns kurz bei kühlen Drinks und scharfen Snacks. Auch ein Bad im kristallklaren und warmen Indischen Ozean darf natürlich nicht fehlen.

Der Rückweg zur Cable Beach ist nicht minder spannend. Wir sehen Delfine und Rochen. Leider vergeht die Tour viel zu schnell, aber es wird nicht unsere letzte Kanutour sein!

Unser nächstes Ziel ist die Pilbara Region mit den Nationalparks Karijima und Millstream.

Da die Distanz zu lange ist, werden wir in Port Hedland eine Übernachtung planen. Die Fahrt nach Port Hedland ist stinklangweilig, nur der kurze Abstecher zur Eighty Mile Beach ist eine willkommene Abwechslung. Wir spazieren entlang dem Sandstrand und werden ob den vielen angeschwemmten Muscheln und Schneckengehäusen aller Größe, Farben und Formen von Sammelfieber gepackt.

Port Hedland ist eine grausige Industriestadt und dient einzig zur Versorgung und Unterstützung der Eisenerzminen im Landesinneren. So ist dann auch der Campingplatz eher ein Parkplatz denn eine Erholungsoase.

Der Karijima NP ist bekannt für sein tiefes Schluchtensystem mit vielen wunderbaren Wasserfällen und krokodilfreien Badepools inmitten der sonst staubtrockenen und lebensfeindlichen Pilbara Region. Wir übernachten auf dem Dales Campingplatz und durchwandern die Dales Gorge zu den wunderbaren Fortescue Falls, nehmen ein kühles Bad im Fern Pool und später auch noch im Circular Pool.

Die zweite Nacht verbringen wir auf dem Savannah Campground, etwas weiter westlich. Auch hier durchwandern und durchschwimmen wir verschiedene Schluchten. Die Hancock Gorge mit dem Amphitheatre, dem Spiderwalk und der Kermits Pool sind atemberaubend. Auch die Weano Gorge mit der Kletterei zum Handrail Pool gefällt und vorzüglich und ist mehr Canyoning denn Wandern. Bevor wir diesen tollen Park verlassen, erkunden wir aber auch noch die Joffre Gorge mit dem gleichnamigen Wasserfall und Pool. Der Weg zum Wasserfall und zum Pool hat es echt in sich und ist nichts für Leute mit Höhenangst. Es geht steil hinunter über Felsvorsprünge und große Stufen. Wunderbar!

Zwischenfall in Tom Price, einer Typischen Minensiedlung, vor 50 Jahren aus dem rotsandigen Boden gestampft und doch mit einem gewissen Charme. Wir buchen eine Tour durch die Rio Tinto Eisenerzmine und Staunen ob den riesigen Maschinen und dem staubigen Arbeitsumfeld dieser Tagebau Mine.

Unsere nächsten Abenteuer, inklusive der gefährlichen Begegnung mit einer der giftigsten und aggressivsten Schlangen Australiens schildern wir Euch im nächsten Bericht!

 

 

2 Responses to Gibb-River-Road bis Tom Price

  1. MEYER Margot

    Hallo Ingrid und Patrick!
    Der neue Bericht ist sagenhaft spannend, geschildert und geschrieben, beide schreibten wunderschöne Beobachtungen, die vielen Eindrücke, die bis zum Verfasserzeitpunkt gespeichert werden müssen, ist schon eine grosse Leistung, ob Ingrid oder Patrick, kann man jeweils am Anfang lesen wer die oder der Verfasser ist! WUNDERSCHÖN!!! BRAVO!
    Gruss Mama

  2. Christian und Andrea

    Hoi zäme
    Da kommen uns beim Lesen tausend Erinnerungen in den Sinn, an unsere schöne Zeit in Westaustralien. Geniesst es weiterhin! Wir sind inzwischen in Neuseelands Frühling gelandet und erkunden erstmals die Nordinsel. Es ist hier nicht so heiss wie in Australien, zum Teil eher aprilmässig, aber dennoch sehr spannend. Allerdings erinnert uns die Landschaft zum Teil schon etwas an die Schweiz.
    Alles Gute! Liebe Grüsse
    Christian und Andrea