Von Tom Price nach Perth: It is a bad one!

Posted by on Oktober 27, 2013

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In Tom Price erhalten wir nach dem Schauen eines Sicherheitsvideos eine Genehmigung zur Befahrung von Rio Tintos Privatstrasse Richtung Millstream Chichester NP.  Sie gilt als 4×4 Strecke, ist aber nur eine Naturstrasse ohne schwierige Stellen. Erfreulicherweise ist es sogar eine sehr gepflegte Naturstrasse; Wellblech gibt es fast keines. Dafür sehen wir einige Züge von Rio Tinto. Sie sind schwer beladen mit Eisenerz und sind ca. 2.5 km lang. Das Eisenerz wird bis an den Hafen in Dampier gebracht, von wo es dann in alle Welt verschifft wird.

Der Nationalpark ist eher unbekannt und Personal treffen wir keines an. Alles läuft über Selbstregistrierung. Wir wählen den Campingplatz an einer Wasserstelle mit Namen Crossing Pool, wo wir mangels Krokodilen auch schwimmen dürfen. Der Platz ist klein (aber fein), bis am Abend hat es ein Dutzend Gäste. Nach dem Essen und Abendbad (statt Dusche) sitzen wir gemütlich an einem Tisch mit einer kleinen australischen Familie und schwatzen mit ihnen. Plötzlich ruft unser Campnachbar von der anderen Seite: there is a snake (da ist eine Schlange)! Wir laufen zu ihm, erstens sind wir neugierig und zweitens haben wir auch in Australien noch nicht allzu viele Schlangen gesehen. Ich bin ein wenig enttäuscht: das ist eher eine kleine unscheinbare Schlange. Unsere australischen Bekannten sind hingegen ganz aufgeregt. Sie identifizieren sie als Mulga Snake, also eine Giftschlange. Wir schauen sie miteinander ein wenig an und entscheiden dann, dass es Zeit für die Schlange zum Gehen ist. Zeichen dafür sind unser Fußstampfen sowie eine Kartonschachtel, die wir ihr vor den Kopf werfen. Erschütterungen lassen Schlangen meistens verschwinden. Dumm gelaufen, diese Schlange ist aggressiv und jetzt verfolgt sie uns. Unser Nachbar schreit: it is a bad one, it is a bad one (böse Schlange, böse Schlange)! Wir weichen bis zum Tisch zurück und sie verfolgt uns noch immer. Die Frau mit dem kleinen Mädchen ist beim Tisch geblieben, bekommt Panik und schreit. Die Rettung naht in Form einer Schaufel mit langem Stiel. Der Nachbar macht nun kurzen Prozess und hackt auf die Schlange ein bis sie sich nicht mehr bewegt. Wir sind ganz aufgeregt und danken unserem Retter, tatsächlich hätte es ohne sein Eingreifen auch anders ausgehen können. Das Ganze hat ein wenig auf die Stimmung geschlagen und bald schon ziehen sich alle in ihr Nachtlager zurück. Und wir haben gelernt, dass auch so kleine Schlangen ungemütlich für Menschen sein können.

Die Australier haben uns empfohlen, einen kleinen Umweg zu fahren und den Phyton Pool zu besuchen. Das tun wir auch. Wir sind immer wieder erstaunt, woher in Australien plötzlich Wasser auftaucht. In der Schweiz hat es Berge und unser Wasser kommt von dort hinunter. Hier ist alles flach und häufig wüstenähnlich, bis plötzlich wie aus dem Nichts eine Oase mit einem Wasserloch taucht. Das ist mit Phyton Pool nicht anders. Da es noch früh am Morgen ist, verzichten wir auf ein Bad und fahren weiter.

Nach der Kleinstadt Karratha (unspektakulär) fahren wir nach Dampier und raus auf die Burrup-Halbinsel. Hier soll es Tausende von Petroglyphen (Felszeichnungen) von Aborigines geben, die bis zu 30’000 Jahre alt sein sollen. Die Zeichnungen wecken nur mäßiges Interesse in uns, Pascal und Mirjam haben viel schönere Zeichnungen in ihrer Kindheit gemacht. Einzig die Frage der Altersbestimmung fasziniert uns. Wir fahren zum Besucherzentrum des Northwest Oil and Gas-Field. Vor der Küste liegt hier ein riesiges Öl/Gasfeld. Gemäß der aktuellen Förderung werden 40 Prozent des australischen Bedarfs gedeckt, weitere geförderte Mengen werden auf Schiffen exportiert. Die hier erhaltenen Informationen sind spannend und wir verweilen längere Zeit in der Ausstellung.

Wieder fahren wir mehrere hundert Kilometer, um zum nächsten Ziel zu gelangen. Das wird aber ein Highlight sein: das Ningaloo Reef. Wir bleiben vier Nächte auf der Halbinsel und übernachten an drei verschiedenen Orten. In Exmouth tanken wir und kaufen Lebensmittel für die kommenden Tage. Wir besuchen den Strand und sammeln Muscheln, Schnorcheln ist hier aber noch nicht möglich. Dafür dann im Cape Nature National Park. Da wir das Ende der Schulferien abgewartet haben, bekommen wir problemlos einen Platz auf einem der Campingplätze. Die einzigen Einrichtungen sind moderne, sehr saubere Plumpsklos und Abfalltonnen. Trotzdem ist es einer der schönsten Plätze, die wir bisher gesehen haben. Der Platz ist lediglich durch eine Sanddüne vom Ozean getrennt und Schnorcheln kann man direkt vom Strand aus. Wir entdecken viele farbige Fische und auch schöne Korallen. Leider sind einige Korallen zerstört, da unvorsichtige Leute auf sie treten und so zerstören. Wir fahren weitere, wunderschöne Strände an, am besten zum Schnorcheln gefällt uns die Turqouise Bay. Wir haben genug Wasser dabei, um jeweils am Abend zu duschen. Es ist sehr angenehm, ohne Salzkruste ins Bett zu schlüpfen und wir freuen uns diebisch über unsere kleine Dusche. Hier im Park sehen wir außer den Fischen auch etliche Landtiere: Riesenkängurus, Emus sowie ein Echidna (Schnabeligel). Vom Park aus führt eine 4×4 Strecke der Küste entlang zur Coral Bay.  In diesem uns ebenfalls empfohlenen Ort wollen wir die letzte Nacht bleiben. Außer der tiefsandigen, trockenen Flussdurchquerung ist aber nicht viel Spannendes entlang der Strecke. Viel Wellblech und wir sind froh, als wir in Coral Bay ankommen. Hier wieder auf einem Platz mit Sanitäranlagen, Küche, Strom und Wasser; entsprechend ist der Platz gut gefüllt und wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie es während den Schulferien ausgesehen hat. Auch hier ist es aber sehr schön zu Schnorcheln.

Und wieder geht die Fahrt durch das riesige Niemandsland. Ziel sind die Blow holes bei Quobba Point. Bei diesen Wasserlöchern wird Wasser vom Ozean durch Löcher in den Felsen gepresst und es entstehen riesige Wasserfontänen. Wir sind noch nie in der Hölle gewesen, aber der Lärm aus den Blow holes tönt so, wie wir uns die Hölle geräuschmässig vorstellen: laut und gefürchig. Die Nacht verbringen wir hinter einer Sanddüne, vom Ozean her hören wir die großen Wellen auf den Strand rollen.

Unser nächster Aufenthalt ist extrem touristisch: Monkey Mia. Bei Monkey Mia werden jeden Morgen ein paar wilde Delphine gefüttert und die erscheinen so pünktlich wie eine Schweizer Uhr morgens um 8 Uhr. Die Delphine sind ein gewaltiger Touristenanziehungspunkt und auch wir wollen natürlich unsere Fotos machen. Positiv zu vermerken ist, dass jeder Delphin nur eine kleine Menge Fisch erhält und auf jeden Fall täglich selber jagen muss. Am zweiten Tag machen wir eine Kajaktour entlang der Küste und sehen etliche Rochen, Schildkröten, einen kleinen Hai und andere Fische sowie Pelikane. Sehr schön. Weniger positiv ist das Ressort: schmutziges Geschirr und leere Flaschen stehen am Vormittag auf den Tischen in der Bar, als wir am Nachmittag wieder durch die Bar laufen (ohne zu Verweilen), steht alles immer noch dort. Der Mitarbeiter bei den Kajaks lässt uns eine Stunde warten und als wir ihn endlich um 10:30 Uhr telefonisch erreichen, merken wir, dass er bis jetzt geschlafen hat. Entschuldigung? Fehl am Platz. Ein typischer Platz, wo die Touristen mit Sicherheit kommen, aufgrund der gesalzenen Preise aber in der Regel eh nur einmal. Wieso soll sich da jemand Mühe geben?

Mit der Einfahrt in den Kalbarri Nationalpark ändert sich die Landschaft und ist sehr abwechslungsreich. Wir fahren zwei Aussichtspunkte und anschließend einen Campingplatz an. Wir wollen am nächsten Morgen ein kleines Stück zurückfahren und ein paar ausgeschilderte Wanderungen unternehmen. Es ist noch früh und eher kühl am Morgen als wir losfahren. Nach ein paar wenigen Kilometer riecht etwas verbrannt und wir halten an. Wir öffnen die Motorhaube, sehen aber nichts. Wir laufen ums Auto: nichts. Wir steigen wieder ein und fahren weiter. Wieder fängt es an zu riechen und jetzt kommt Rauch aus allen Lüftungsschächten in den Innenraum. Wir stoppen schnell und Pädy nimmt den Feuerlöscher zur Hand. Er sieht eine kleine Flamme auf der Beifahrerseite unten beim Ventilator der Klimaanlage. Das Feuer ist schnell gelöscht, nur weit fahren können wir so natürlich nicht. Wir fahren zurück auf den Campingplatz und versuchen das Problem zu lösen. Geht nicht und so beschließen wir, ein Stück an der Küste entlang zu wandern und am Montag mit dem Wagen in eine Garage zu fahren. Der Garagist schickt uns zu einem Elektriker und dieser wiederum kann das Problem zwar auch nicht lösen, meint aber, dass wir bis zur nächsten Land Rover Garage fahren können nachdem wir die Sicherung der Klimaanlage entfernt haben. Also fahren wir aus diesem sehr schönen Park heraus nach Geraldton. Geraldton ist 150km entfernt. Bei der Land Rover Garage haben sie nicht wirklich Zeit für uns, geben uns aber immerhin die Adresse von einem Spezialisten. Dieser findet heraus, welches Teil defekt ist, hat dieses aber nicht vorrätig. Wir werden das Ersatzteil ein paar Tage später in Perth kaufen: Materialwert unter CHF 5, Verkaufspreis ist CHF 100…. Einsetzen können wir es selber. Das Problem sollte behoben sein und die Klimaanlage wieder tadellos laufen.

Vor Perth besuchen wir noch zwei Nationalparks. Der erste ist der mit den bekannten Pinnacles. Wir fahren und wandern um diese hohen Säulen herum und sie sind wirklich wunderbare Fotomotive. Obwohl es ziemlich stark windet, werden wir von Hundertscharen von Fliegen geplagt. Draußen essen ist unmöglich und wir verzehren unseren Lunch im Auto. Im Yanchep NP gibt es einen kurzen Spaziergang zum Beobachten von Koalas. Die knudeligen Tiere sitzen regungslos auf den Bäumen und tun das, was sie meistens tun: dösen und Essen verdauen. Wir machen einen weiteren Spaziergang um einen kleinen See bevor wir nach Perth aufbrechen.

Perth gefällt uns gut: viele Grünflächen, an einem schönen Fluss gelegen und man sieht, dass Geld vorhanden ist. Wir machen eine Bootstour nach Fremantle, der Hafenstadt vor Perth, wo die großen Frachtschiffe anlegen. Am späteren Nachmittag fährt das Boot zurück nach Perth und wir drehen noch eine Runde mit einem der Gratisbusse. Leider ist Feierabendverkehr und wir stehen mehr als wir fahren. Diese Idee war nicht die Beste. Ebenfalls zu Perth gehört das Swan Valley mit seinen Weingütern. Wir mieten für einen Tag zwei Fahrräder, um das Tal und einen kleinen Teil seiner Weine zu erkunden. Neben Wein kann man im Tal auch Schokolade, Honig und andere Leckereien (in Apothekerdosis) verkosten und wir radeln von einem Ort zum nächsten und schnabulieren das Gebotene ohne schlechtes Gewissen. Pädy macht Bekanntschaft mit einem rabenähnlichen Vogel, der ihn an einer Straßenkreuzung jedes Mal angreift, wenn wir vorbeifahren (3 Mal). Der Fahrradvermieter erklärt uns später, dass diese Vögel sehr territorial sind und Angriffe recht häufig vorkommen. Das sind ja nette Zeitgenossen.

Unsere Zeit in Perth geht zu Ende und nun wollen wir den Südosten von Australien erkunden.

One Response to Von Tom Price nach Perth: It is a bad one!

  1. Margot Meyer

    Hallo Ingrid und Patrick
    Der Bericht von Ingrid ist so lebendig geschrieben, als wäre ich selbst dort.
    Im Moment keine Exkursion möglich, ich bin im Moment Antibiotika abhängig,
    wegen einer leichten Lungenentzündung, Feusi tut was nötig ist, in Abgabe von Medis ist er
    einsame Spitze, was ich nicht sonderlich schätze, was sein muss, muss sein.
    Den Bericht werde ich ausdrucken und Norly zustellen. Fred und Norly waren viele Male
    in Australien.
    Mit lieben Grüssen Mama

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