Busselton bis Adelaide

Posted by on November 13, 2013

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Busselton ist ein wirklich schönes und sehr touristisches Küstenstädtchen, bekannt für seinen fast 2 km langen Jetty. Wir Spazieren bei herrlichem Sonnenschein bis ans Ende des Jetty und zurück, vorbei an einigen mehr oder weniger glücklosen Fischern. Auf dem Rückweg kommt uns das Touristen-Zügli entgegen. Einst wurden mit dieser Bahn die Güter von den Schiffen an den Strand gefahren. Es brauchte diesen langen Jetty, weil in der Bucht von Busselton das Wasser sehr seicht ist und die Schiffe nicht nahe ans Land schwimmen konnten. In Busselton gibt es eine unwahrscheinliche Vielfalt an Unterkunftsmöglichkeiten: Hotels, Motels, Ferienwohnungen, Bungalowsiedlungen, Backpackers, Wellness-Resorts und auch unzählige Campingplätze reihen sich an dem langen Sandstrand aneinander. Wir checken einmal mehr in einem Big4 Campingplatz, dem Peppermint Grove Camping, ein. Da es abends doch wieder recht kühl wird, wünschen wir uns ein Plätzchen nahe der Campingküche. Diese ist hervorragend eingerichtet und wir werden die einzigen bleiben, welche sie nutzen.

Das nahe gelegenenCape Naturaliste ist ein traumhaft schöner Nationalpark, berühmt für seine abwechslungsreichen Küstenabschnitte mit geschützten Buchten, wie der Geographe Bay, in denen Blau-, Buckel- und Southern-Wright-Whale mit ihren Kälbern Pause auf ihrem anstrengenden Weg vom Äquator zum Südpolarmeer machen. An manchen Tagen kommen die Wale so nahe an die Küste, dass man deren ganzen Körper im kristallklaren Wasser sehen kann. Der Park hat aber auch wunderbare Küstenwanderwege mit einsamen Sandstränden, unterbrochen durch steile Felsküstenabschnitte. Ein vorgelagertes Riff türmt die Wellen weit außen zu veritablen Brechern auf und schafft damit hervorragende Vorausetzungen für die Wellenreiter. Nach unserer dreistündigen Wanderung entlang dieser herrlichen Küsten-Kulisse, links und rechts gesäumt von unzähligen Wildblumen in allen möglichen Farben, setzen wir uns an den Strand und beobachten die Surfer bei ihrem halsbrecherischen Tanz mit den Wellen. Natürlich können wir diesen wunderbaren Strand nicht verlassen, ohne unserem neuen Hobby, dem Muschelsammeln, noch ein klein wenig zu frönen. Wir haben schon einige Kilos schöner Muscheln und Schneckengehäusen in unsere Dachbox eingelagert.

Wir freuen uns jetzt auf die Region um Margaret River, eine der Bekanntesten und mondänsten Weinanbaugebieten Australiens. Wir freuen uns nicht nur wegen dem guten Wein in dieser Region, sondern auch, weil sich hier endlich auch die Landschaft wieder einmal verändert. Endlich wieder Bäume und saftig grüne Wiesen und die schön gepflegten Weinreben. Auf dem Campingplatz erkundigen wir uns über die empfehlenswertesten Weinkeller mit Weinproben und  bekommen von der Besitzerin neben einem wertvollen Tipp auch noch einen Geschenkgutschein für die nahe gelegene  MadFish Winery. Wir üben Zurückhaltung beim Tasting, da wir ja mit dem Defender unterwegs sind, finden jedoch einen süffigen Tropfen den wir kaufen und bekommen obendrein mit unserem Gutschein einen weiteren edlen Tropfen geschenkt! Glückstag!!!

Die Fahrt durch diese Gegend gefällt uns außerordentlich gut. Die Weingüter sind mit herrlich blühenden Gärten umgeben. Nur von Städtchen Margaret River, welches der ganzen Region den Namen gibt, sind wir ein bisschen enttäuscht. Weshalb? Wir haben einfach zu hohe Erwartungen aus unseren Erinnerungen in Südafrika (Franschhoek) mitgebracht.

Unser nächster Halt ist in Augusta, einer kleinen Stadt am Cape Leeuwin, dem südwestlichsten Punkt Australiens. Wir wollen zum berühmten Cape Leeuwin Leuchtturm, ändern dann aber unser Vorhaben, als wir mit einem völlig überrissenen Eintrittspreis konfrontiert werden. Wir wandern ein wenig entlang der wildromantischen Küste und finden ein paar tolle Photomotive.

Die nächste Etappe entlang der Südküste ist gesäumt mit Dutzenden von Nationalparks, vornehmlich wegen dem Vorkommen großer, alter Karri Bäume. Wirklich großer Bäume!!! Auf den Dave-Evans-Bicentennial-Tree im Warren Nationalpark kann man bis in die oberste Baumkrone auf 72 Meter Höhe klettern. Dort oben ist eine Plattform für Brandwächter. Da sind nur Eisenstangen in den Stamm getrieben, welche in steiler Spiralform in die Höhe führen. Nichts für Leute mit Höhenangst.

Wir durchfahren noch einige andere wunderbare Waldabschnitte und fahren auf dem Heartbreak Trail mal wieder richtig offroad. Im Beedelup NP besichtigen wir die Beedelup Falls und können bei einem lauten Fütterungsprozedere einer Black-Cacado Familie zuschauen. Durch das Valley of the Giants fahren wir dann schließlich nach Albany.

In Albany bringen wir den den Defender zu einem wohlverdienten kleinen Service. Wir vertreiben uns die Wartezeit mit einem ausgedehnten Spaziergang zur Middelton Beach, genießen einen herzlichen Cafe Latte und frischen Apfelkuchen. Das Wetter ist inzwischen wechselhaft, eher auf der kühlen Seite, hier ist ja schließlich erst Frühling. Die Temperaturen sind genau richtig, um ein bisschen zu wandern. Im West Cape Howe NP westlich von Albany steuern wir einige herrliche Aussichtspunkte in der Shelley Beach Gegend an und unternehmen einen kurzen Powerhike. Weiter geht’s dann zum südlich von Albany gelegenen Torndirrup NP. Dieser Park bietet eine Vielzahl von wirklich spektakulären Felsküstenformationen mit der weissschäumenden, donnernden See als optische und akustische Untermauerung. So z.b. die Natural Bridge, “The Gap”, Stony Hill, das Whale-World-Museum und schließlich den mehr als wunderbaren Spaziergang entlang der Flinders Peninsula, welche uns Dutzende von herrlichen Photomotiven präsentiert hat und deren Resultate Ihr in der Bildergallerie sehen könnt. Die Farbenpracht von Meer, Landschaft, blühender Flora und dem immer blauen Himmel mit tollen Wolkenformationen erstaunt und fesselt uns immer wieder.

Etwas nördlich von Albany, im inneren des Landes liegen zwei weitere Nationalparks, welche wir unbedingt erkunden wollen. Der erste ist der Porongurup NP, eigentlich nur ein bewaldeter Hügelzug, aber infolge fehlender anderer interessanter Sehenswürdigkeiten, haben die Australier daraus kurzerhand einen NP gemacht. Wir wandern zuerst, wiederum durch herrlich blühenden, lichten Karri-Wald auf den Castle Rock. Oben angekommen Staunen wir nicht schlecht ob dem spektakulären SkyWalk, welcher in luftiger Höhe rund um den gewaltigen Granitfelsen gebaut wurde. Dabei sind nur die besten Materialien verwendet worden, rostfreier Edelstahl und Panzerglas. Das muss ein Vermögen gekostet haben. Zum Glück nicht mit unseren Steuergeldern! Eine weitere kurze Wanderung machen wir entlang einer so genannten Feuerschneise durch den Karriwald bis zu einem schönen Aussichtspunkt unterhalb eines weiteren Hügelgipfel. Infolge des sehr starken Windes entschliessen wir uns, den Gipfel nicht zu erklimmen.

Nach kurzer Weiterfahrt erreichen wir den Stirling Range NP und checken im Stirling Range Retreat Camping ein. Schon kurz nachdem wir den Defender verlassen haben, werden wir von hunderten von Fliegen belästigt. Es sind so viele und sie sind soooooo lästig, dass wir uns in den Wagen flüchten und den Nachmittag lesend verbringen. Erst gegen Abend wagen wir uns wieder nach draußen. Die Fliegen sind zwar weg, dafür haben aber sie Mücken den Luftraum erobert und beginnen und zu pieksen. Zum Glück haben wir noch das gute und starke Mückenmittel aus Südafrika in Reserve und machen diesen Sch…Viechern einen Strich durch die Rechnung.

Am nächsten Morgen werden wir beim verlassen des Defenders wieder freudig von den Fliegen begrüßt. So beeilen wir uns, diesen Ort so schnell wie möglich zu verlassen. Heute steht eine anspruchsvolle Wanderung auf den doch 1073Meter hohen Bluff Knoll auf dem Programm. Einmal mehr windet es wie die Sau. Diesmal allerdings kommt es uns beim steilen Aufstieg gar nicht so ungelegen, zumal der Wind von Hinten kommt und uns den Aufstieg so erleichtert. Wir schwitzen zwar wie verrückt, aber unsere Haut und Kleider bleiben trocken, dem Wind sei Dank. Auf dem Gipfel verweilen wir indes nur kurz, weil der Wind hier oben doch unangenehm stark bläst und es zudem recht kühl ist.

Wir fahren weiter über Esperance nach Norseman, dem Anfang/Ende der Nullarbor Plain. Wir übernachten auf einem scheußlichen Durchgangscamping und fahren frühmorgens los für unsere erste Etappe auf dem Eyre Highway durch die Nullarbor. Die Nullarbor ist eine 1200 km lange, öde und äußerst langweilige und topfebene Landschaft. Es gibt keine Alternativroute, wenn man vom südlichen Westaustralien nach Südaustralien fahren will.

Endlich, nach 6 Stunden langweiliger Fahrt kommt das Ziel – Eucla – in Sicht. Wir freuen uns, endlich anzukommen und uns unsere Beine zu vertreten. Dann geschieht das Unglück, die vordere Kardanwelle bricht und scheppert mit höllischem Lärm unter dem Beifahrersitz. Wir haben für einen kurzen Moment das Gefühl, dass es das nun war, mit unserem lieben Defender…so hat uns das Geräusch erschreckt. Den Defender auf dem Pannenstreifen parkiert inspizieren wir den Schaden und sehen das gebrochene Doppelgelenk der Kardanwelle. So können wir nicht weiter fahren, wir müssen die ganze Welle ausbauen und mit gesperrtem Mitteldifferenzial 50% der Antriebsleistung fest auf die noch funktionierende Hinterachse lenken. Nach 20 Minuten ist die Welle demontiert und wir können langsam die letzten Kilometer zum Campingplatz schleichen. Während dieser Zeit sind sicher ein Dutzend Fahrzeuge an uns vorbei gefahren und keiner hat sich um uns gekümmert! Das wäre uns in Afrika nicht passiert!!! Krisensitzung am Campingplatz. Wir rufen die Landrover Garage in Albany an und fragen ob wir ohne vordere Kardanwelle weiter durch die Nullarbor fahren können und bekommen eine eher vage Antwort: Ja, das sollte gehen, aber nicht schneller als 80 km/h. Zur Sicherheit rufen wir Kuno von Traveltec an und lassen uns die problemlose Weiterfahrt eindeutig bestätigen.

So schleichen wir also anderntags mit flauem Gefühl in der Magengegend über Port Augusta und weiter nach Adelaide. Wir haben uns im Internet über die möglichen Alternativen zur Behebung unseres Problems erkundigt. Die Option Landrover-Garage fällt weg, das Vertrauen in diese Stümper ist definitiv zerstört. Wollen die doch für ein originales Ersatzteil über 1000 australische Dollar und das Teil muss erst noch von England nach Adelaide geschickt werden!?!? Keine Kardanwelle in Ganz Australien!!!  Wir entschließen uns, unsere defekte Welle von einer Spezialfirma für Minen-Ausrüstung reparieren zu lassen. Die machen einen hervorragenden Job – die neue Welle ist von besster Qualität und jedes Gelenk ist schmierbar! Eben minentauglich!

Leider können sie unsere Reparatur aber nicht sofort erledigen und auch das Wochenende liegt noch vor uns. Nun haben wir also genügend Zeit, die Stadt Adelaide und deren Shoppingcenter genauer zu erkunden. Es wäre eigentlich sehr schön in dieser Gegend, aber der stark blasende Wind geht uns langsam auf den Wecker! So sind wir froh, als wir unsere Kardanwelle zum versprochenen Zeitpunkt abholen können. Leider findet sich keine Garage, welche die Welle sofort einbauen will, so bleibt uns nur übrig wieder selber schmutzige Hände zu bekommen. Nach rund 40 Minuten ist die Welle drin und wir machen eine ausgedehnte Probefahrt. Scheint zu halten!

Nun steht der Weiterfahrt ins Barossa Valley, einem der berühmtesten Weinanbaugebiete Australiens nichts mehr im Weg.

 

Mehr….das nächste Mal!

 

3 Responses to Busselton bis Adelaide

  1. Stefan Garber

    Hallo Ihr Beiden,
    ich habe mal wieder bei Euch reingeschaut und dann lese ich gleich von dem Pech mit der Welle. Ich bin sicher, die neue Welle ist stabiler, als das Originalteil. Trotzdem viel Spaß noch. Ich fliege nächste Woche für eine Woche zum Tauchen nach Ägypten. Der Herbst geht mir auf den Zeiger.
    Gruß
    Stefan

  2. Margot Meyer

    Hallo Ingrid und Patrick
    Wie jeder der vorangegangenen Berichte, fantastico, molto interesante!
    Weiteres per E-Mail!
    Mama, Margot