Neuseeland Nordinsel

Posted by on Januar 19, 2014

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Nach einem recht kurzen und sehr angenehmen Flug, erreichen wir den Flughafen von Auckland. Nun geht dieses paranoische Einreiseprozedere los. Schon im Flugzeug haben wir die Einreisekarten ausgefüllt, inkl. der Deklaration unserer mitgeführten Lebensmittel (Nüsse) und der Campingausrüstung. Für die Nüsse interessiert sich niemand, umso mehr aber zieht unser Expeditionszelt die Aufmerksamkeit der Quarantäne-Beamten auf sich. Zum Glück haben wir das Zelt vor Abreise gründlich gereinigt und alle Heringe auf Hochglanz poliert, sodass es wie eigentlich erwartet keinerlei Beanstandungen gab.

OK, wir sind erfolgreich eingereist und brauchen nun nur noch unser vorreserviertes Mietauto abzuholen. Am Schalter der Europcar werden wir bereits erwartet und wir bewältigen die anfallenden administrativen Querelen. Der Typ fragt uns dann, wie lange wir auf der Nordinsel verweilen wollen, bzw. wann wir den Wagen an der Fähre zur Südinsel abgeben?   ?????????????Was????????? Wir haben den Wagen über ein Buchungsportal für die ganze Zeit in Neuseeland gemietet. Übernahme in Auckland, Rückgabe in Christchurch. Nun sollen wir den Wagen vor dem Übersetzen zur Südinsel wechseln?! Davon war in der Buchungsbestätigung keine Rede. Alles Argumentieren hilft nichts, irgendwo im Kleingedruckten ist wohl alles geregelt…nur, wer liest bei der Buchung alle 10 Seiten der wirklich klein gedruckten AGB’s auf dem Tablet-Bildschirm? Die zweite Überraschung ist, dass wir den relativ hohen Selbstbehalt im Falle eines Unfalles oder Schaden am Wagen für beide Inseln unabhängig zu bezahlen hätten. Langsam steigt der Blutdruck und wir können uns nur schwer beherrschen, lassen jedoch die eine oder andere giftige Bemerkung fallen.

Auch die neuen SIM-Karten für die Händys müssen wir noch besorgen. Dies geht zu unserem Erstaunen extrem schnell und unkompliziert. Nach 5 Minuten verlassen wir schliesslich das Terminal und suchen unser neues Gefährt. Ein Suzuki Swift mit nur 5000km wartet auf uns. Los geht’s!

Nach kurzer Fahrt erreichen wir unsere erste Unterkunft in Neuseeland. Wir haben das Bavarian B&B über Tripadvisor gebucht und sind hell begeistert von diesem B&B. Sehr netter Empfang, tolles grosses und helles Zimmer und das zu einem sehr günstigen Preis. Wir entschliessen uns spontan, eine weitere Nacht zu bleiben, um die Region um Auckland in Ruhe erkunden zu können.

Nach einem tollen Nachtessen in einem türkischen Restaurant gehen wir früh zu Bett um fit für die Erkundung der berühmten Strände der Westküste zu sein. Wir fahren zur Muriwai Beach mit ihrem schwarzen Sand, der Tölpelkolonie (Gannet) und der Tölpel-Brutinsel „Motutara Island“. Das Wetter wird zusehends schlechter und es beginnt zu regnen. Da Regen alleine nicht genug unangenehm ist, beginnt es auch noch zu stürmen. Nun, garstiger kann’s nicht mehr werden. Wir fahren weiter zur Bethhells Beach und machen dort bei etwas besserem Wetter einen kurzen Strandspaziergang.

Zurück in Auckland fahren wir auf den Mount Eden, einem Vulkankegel in der Nähe unseres B&B und geniessen die herrliche Rundsicht auf ganz Auckland. Nun scheint auch wieder die Sonne. 

Unser nächstes Ziel ist der Waipoua Forest ganz im Norden der Insel. Das ist ein Überbleibsel des ursprünglichen Regenwaldes, wie er vor 500 Jahren die ganze Insel überzogen hat. Nun sind leider nur noch einzelne, verstreute Waldstücke übrig. Einst waren diese Wälder berühmt für die grossartigen Kauri-Bäume. Das sind uralte, riesige und voluminöse Baumgiganten – über und über mit anderen parasitären Pflanzen und Blumen bedeckt. Ein Wanderweg führt durch den Wald und zu den grössten und berühmtesten Baumriesen. Yakas z.B. ist der höchste dieser Kauri Bäume, während Te Matuta Ngahere der voluminöseste und älteste ist.

Seit Wochen schon freuen wir uns darauf, endlich wieder unsere Wanderschuhe in ihrem bevorzugten Terrain auszuführen. Wir wollen auf den Mount Te Aroha, einem erloschenen Vulkan. Wir wandern bzw. klettern durch dichten Regenwald einen immer steiler werdenden Pfad empor. Es beginnt stark zu regnen. Wir werden aber dank dem schützenden Blätterdach nur wenig nass. Nachteil: als der Regen nachgelassen hat, hat es im Wald noch lange „nachgetropft“. Den ganzen Weg zur Bergspitze haben wir nichts ausser Blätterwerk gesehen, nun, am höchsten Punkt angelangt, haben wir einen herrlichen 360 Grad Rundumblick.

Rotorua, das Outdoor Eldorado der Nordinsel mit seinen berühmten heissen Quellen  ist unser nächstes Ziel. Wir buchen eine Maori-Führung durch das Whakarewarewa Living Village. Wir bekommen tolle Einblicke in die Maori Kultur und ihre Art und Weise, wie sie sich den europäischen Eroberern angepasst haben. Die Maori machen, im Unterschied zu den Aboriginal in Australien das Beste aus ihrer Situation, indem sie jene Errungenschaften in ihre eigene Kultur integrieren, welche ihnen passen und ihnen einen Vorteil verschaffen, während sie die anderen ohne Groll ignorieren. Dies führt dazu, dass die Maori eine stolze und eigenständige ethnische Gruppe in diesem Vielvölkerstaat geblieben sind. Wir wohnen einer tollen Maori Tanz- und Gesangsvorführung bei und sind begeistert von dem Enthusiasmus und Engagement der Künstler.

Etwas weiter ausserhalb von Rotorua liegt das Wai-O-Tabu Wonderland der heissen Quellen. Wir durchstöbern das ganze Areal, von blubbernder Schlammquelle zu dampfenden und nach Schwefel stinkenden Kratern, weiter zu klaren, fast kochenden Quellen. Eigentlich sollten wir wie viele andere Besucher völlig aus dem Häuschen sein ob den „Naturschönheiten“….aber, wir haben Yellowstone NP in den USA gesehen und können vergleichen. Leider müssen wir sagen, dass Yellowstone um ein vielfaches schöner, spektakulärer und ….stinkender ist! Nichts desto Trotz finden wir natürlich auch an diesen Sehenswürdigkeiten Gefallen.

Unser nächstes Abenteuer soll eine mehrtägige Flussfahrt mit einem Doppelkanadier auf dem Whanganoui River sein. So fahren wir zu Blazing Paddles, dem Veranstalter/Vermieter der Kanus und packen unser Material in 4 grosse, wasserdichte Kunststofftonnen, welche dann als Ballast im Mittelteil des Kanus vertäut werden. Nach einem kurzen Briefing und Materialcheck bringen wir unser Kanadier in Whakahoro zu Wasser und paddeln  los, leider nicht alleine, sondern inmitten einer 14 köpfigen Reisegruppe welche beim gleichen Veranstalter gebucht haben. Das Geschnatter von allen Seiten nervt uns mächtig und wir beschliessen, uns an die Spitze des Feldes zu setzen, um den Fluss ganz für uns alleine zu haben. So paddeln wir für ca. 60 Minuten wie die Bekloppten und bringen das ganze Feld hinter uns. Die nächsten vier Stunden bis zur Übernachtungshütte haben wir den Fluss mit all seinen wunderbaren Landschaftsbildern und Wasserfällen von links und rechts für uns alleine.

Als Erste erreichen wir die John Coull Hütte, eine einfache Hütte mit Massenschlag und Küche mit Gaskochherd und….einem scheusslich stinkenden Plumpsklo etwas abseits. Wir richten uns ein und geniessen den trockenen Unterschlupf, da es wieder einmal zu regnen begonnen hat. Wir gehen früh zu Bett um am Morgen wieder vor allen anderen auf dem Fluss zu sein.

Die heutige Etappe ist mit 28 Kilometern die längste und schwierigste. Die Stromschnellen sind dabei nicht das grösste Problem, sondern die langen Abschnitte fast ohne Strömung. So müssen wir an diesem Tag unsere sonst schon müden Arme weiter mit langen und intensiven Paddelstrecken maltraitieren. Den ganzen Tag begegnen wir keinen anderen Paddlern und kommen natürlich wieder als erste in der Tieke Kainga Hütte an. Wir haben viel Zeit, um die nachmittägliche Sonne zu geniessen und warten auf die weiteren Hüttengäste. Am Abend setzt Regen ein und dauert die ganze Nacht. Auch auf der letzten Etappe sind wir die ersten auf dem Fluss. Heute sind es nur noch ca. 20 Kilometer bis nach Pipiriki und uns erwarten die schnellsten und „wildesten“ Stromschnellen der ganzen Tour. Mit den an den Vortagen gesammelten Erfahrungen mit den Stromschnellen und den Informationen aus der Streckenbeschreibung meistern wie diese aber ohne Mühe und haben riesigen Spass dabei. Müde aber glücklich kommen wir gegen Mittag am Zielpunkt an und warten auf unseren Shuttle zurück zum Veranstalter. Es war ein tolles Erlebnis, was wir sicherlich wieder einmal unternehmen werden.

Uns bleibt nur ein Tag Ruhe, bevor wir zu Fuss auf einer Zweitagestour den Tongariro National Park wandern werden. Das so genannte Tongariro Crossing ist einer der bekanntesten und meistbegangenen „Great Walks“ in Neuseeland. Wir allerdings machen das etwas längere und anspruchsvollere „Tongariro Northern Cirquit“.

Wir checken also in der Plateau Lodge im Nationalpark ein und bereiten unsere Rucksäcke für die bevorstehenden Wandertage vor. Wir haben noch genügend Zeit, um mit dem Auto zum Visitorcenter im Whakapapa Village zu fahren und uns über die Streckenbeschaffenheit, die Hüttenausstattung und den Wetterbericht zu informieren.

Schon um 7 Uhr am Morgen fährt unser Shuttle zum Ausgangspunkt der Wanderung. Es ist scheusslich kalt an diesem Morgen, aber der Wetterbericht verspricht einen wolkenlosen Tag. Wir starten unsere Tour nahe der Mangatepopo Hütte und folgen dem prächtig ausgebauten Pfad immer aufwärts und über eine mondlandschaftliche Ebene zwischen Mount Tongariro und Mount Ngauruhoe, über das eigentliche Tongariro Crossing. Auf dem höchsten Punkt haben wir eine überwältigende Sicht auf die Vulkane der Tongariro Gegend. Im Red Crater dampfen noch immer die Fumarolen und es stinkt nach Schwefel. Wir verweilen eine kurze Weile, geniessen diese unrealistische Landschaft und stärken uns für den zweiten Teil der heutigen Tagesetappe. Von nun an geht’s bergab. Wir rutschen über ein steiles Schotterfeld (Vulkankrater) hinunter zu den Emerald Lakes mit ihrem türkisfarbenen Wasser. Nach weiteren 6 Kilometern über eine karge aber wunderschöne Hochebene erreichen wir als zweite die Oturere Hütte. Hier treffen wir Martin und Penny. Martin aus Bayern und Penny eine echte Kiwi aus Wellington. Beide haben lange in der Schweiz gearbeitet und wir verbringen den Nachmittag mit plaudern auf der sonnigen Terrasse der Hütte. Nach und nach treffen die anderen Hüttengäste ein und wir beschliessen unser Abendessen zu kochen, bevor der grosse Stress in der Hütte losgeht. Neben der Hütte gibt es auch einen kleinen Campingplatz, der sich auch langsam füllt.

Am frühen Morgen beginnt ein stürmischer Wind zu blasen, so stürmisch, dass die Zelte auf dem Campingplatz fast weggeblasen werden. Zusammen mit Martin und Penny machen wir uns als erste auf den Weg. Es wird mit 22 Kilometern eine wirklich lange Tagesetappe. Aber nicht die Länge der Etappe, sondern der unwahrscheinlich starke und böige Wind macht uns den ganzen Tag zu schaffen und zehrt an unseren Kräften und der Moral. Nach etwas mehr als 6 Stunden haben wir’s dann aber geschafft. Wir sind überglücklich und es war eine wirklich aussergewöhnlich schöne Tour!

Bei Ankunft in Whakapapa Village gönnen wir uns ein Mittagessen im Kaffee des Château Whakapapa und warten auf den Shuttle zurück ins Hotel, wo wir uns in den  Hotpool werfen um die müden Muskeln zu lockern.

Am nächsten Morgen fahren wir nach Wellington. Wir finden ein super Hotel im Stadtzentrum und erkunden die Hauptstadt Neuseelands zu Fuss. Wir durchstöbern alle Outdoorgeschäfte auf der Suche nach Merino-Schnäppchen. Den Vormittag des zweiten Tags in Wellington verbringen wir im Te Papa Museum, einem äusserst interessanten und riesigen Museum über die neuseeländische Kultur und Natur. Für den Abend sind wir bei Penny und Martin eingeladen. Wir werden wie alte Freunde empfangen und mit köstlichen Speisen verwöhnt. Wir werden uns nach Rückkehr in die Schweiz bei ihnen revanchieren. Morgen werden wir unseren Wagen am Fährterminal abgeben und mit der Fähre auf die Südinsel übersetzen. Aber das ist eine andere Geschichte…..

 

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