Durch’s wilde Sambia…

Posted by on Mai 31, 2014

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Alles Schöne hat ein Ende…so auch unsere wunderbare Rundreise mit Cathy und Gieri. Wir begleiten die beiden auf den Flughafen in Maun und verabschieden uns von unseren Freunden.

Ein bisschen traurig fahren wir zurück nach Matsaudi, wo wir nun auch Mischa’s Vater, Gerd kennen lernen. Wir verbringen einen tollen Abend mit hervorragender und deftiger deutscher Hausmannskost welche Gerd und Mischa zubereiten.

Heute ist Blutspendetag! Bei Okavango Air Rescue werden heute spendenwillige zur Ader gelassen. Natürlich sind auch wir dabei. Bei mir droht schon bei der Vorabklärungen ein Ausschluss vom Spenden, weil mein Blutdruck, wie immer in Arztpraxen, recht hoch ist. Mischa gibt dann aber ihr OK und ich werde angezapft. Dank des hohen Blutdrucks füllt sich der Beutel im Nu. Bei Ingrid allerdings erweist sich der Aderlass eher als ein Murks! Erst lässt sich keine Vene finden, und dann wird sie glatt durchstochen…

Der rote Saft will einfach nicht fließen und so wird die Übung abgebrochen. Mischa hat uns gebeten, den Spendenevent photografisch zu dokumentieren, was wir auch mit großer Hingabe machen.

Nach der schönen und erholsamen Zeit auf Matsaudi mit Misha und Gerd zieht es uns wieder in die Wildnis. Wir machen uns also auf den Weg in den Norden von Zambia. Diesmal überqueren wir die Grenze in Kasangula mit der Fähre über den Zambesi. Das verlassen Botswanas ist kein Problem, dann aber kommt der erste Schock! Die Fähre die vor und ohne uns den Zambesi überquert sieht alles andere als  vertrauenswürdig aus. Mit arger Schlagseite erreicht sie dann doch noch die Sambische Seite des Zambesi. Unsere Fähre, unter botswanischer Flagge, ist in deutlich besserem Zustand, sogar die Laderampen funktionieren. Die Überfahrt ist nur eine sehr kurze Angelegenheit. Allerdings müssen wir uns mit dem Anlegemanöver noch etwas gedulden, denn die lottrige Fähre versperrt noch immer das Entladedock. Ein völlig überladener Lastwagen in lausigstem Zustand ist halb an Land, halb auf dem Schiff und kann weder vor noch zurück. Nach langem probieren gelingt es dem Fahrer die Fähre zu verlassen und nach wenigen Minuten ist das Dock frei für uns. An der total unübersichtlichen Grenze in Zambia werden wir nach Strich und Faden über den Tisch gezogen. Visagebühren, Autoversicherung, Strassenbenutzungsgebühren, irgendeine zusätzliche Gebühr für Weiß der Teufel was…wir zahlen und zahlen und zahlen. Da man im Ausland keine sambischen Kwacha wechseln kann, und einige Gebühren nur in Kwacha beglichen werden können, andere wiederum nur in USD, der Bankomat natürlich kein Geld ausspuckt, müssen wir zu einem schrecklichen Wechselkurs bei einem Schlepper wohl oder übel Kwacha’s kaufen.

Ein schlechter Erster Eindruck von Zambia.

Wir fahren noch ein kurzes Stück weiter nach Livingstone und checken wie bei unseren letzten Besuchen im Fawlty Towers Backpackers ein. Hier fühlen wir uns schon ein bisschen Zuhause. Wie immer treffen wir interessante Leute im Fawlty und haben tolle Gespräche. Noch schnell einen Ölwechsel beim Defender und wir sind wieder bereit für die Weiterreise.

Über die Hauptstadt Lusaka fahren wir weiter Richtung Norden. Das erste Zwischenziel ist die Mutinondo Wilderness Lodge. Auch hier waren wir schon bei unserem letzten Trip durch Sambia. Diesmal wollen wir aber die wunderbare Landschaft auf dem Pferderücken erkunden. Ein wunderbares Erlebnis. Tolle Lanfschaft, tolle Pferde und zwei Tage später ein toller Muskelkater.

Unweit der Mutinondo Wilderness liegen die Bangweulu Sümpfe mit den äußerst seltenen Schuhschnabel-Störchen. Genau dort hin wollen wir. Allen Warnungen zum Trotz betreffend der äußerst gewöhnungsbedürftigen “Strassenverhältnissen”, machen wir uns auf den Weg. Es sind insgesamt 100km Offroad, die ersten 60km sind recht erträglich, doch dann, dann folgt ein Schlagloch dem anderen. Diese Slalomfahrt erfordert volle Konzentration und ermüdet schnell. Zudem fahren wir auf einem relativ schmalen Damm.

Zum Glück kommt uns niemand mit einem anderen Fahrzeug entgegen, sonst wird’s mühsam. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und ich rutsche mit dem Defender gegen rechts vom Damm herunter und lande mit gefährlicher Schieflage im tiefen Sumpf. Es geht weder vor noch zurück. Nach kurzer Zeit sind wir umringt von der schwarzen Dorfbevölkerung, für welche dieser Crash eine willkommene Auflockerung des sonst so langweiligen und eintönigen Alltages ist. Ein Toyota kommt des Weges…oh Schande, nun müssen wir uns doch noch von einem Toyota helfen lassen!!! Schnell ist das 8tonnen Abschleppseil an beiden Wagen befestigt und wir starten den Rettungsversuch. Die Räder des Toyotas drehen an Ort und Stelle. Nun stellt sich heraus, dass sowohl der 4WD als auch die Winde des Wagens defekt sind…was für eine Hilfe! Der Fahrer ist in Eile, muss weiter, verspricht aber mit ausreichend vielen und starken Helfer zurück zu kommen. Wann, sagt er nicht!

Also sind wir wieder auf uns selber gestellt. Nun packen wir unsere eigenen Tools aus und erinnern uns an den Bergematerialkurs bei Roli im Jura. Wir graben die Räder frei, unterlegen die Sandbleche, befestigen die Umlenkrolle an einem nicht ganz optimal positionierten Baumstumpf, führen das Windenseil durch die Umlenkrolle und zurück zum Wagen. So haben wir einen klassischen Flaschenzug und somit die doppelte Kraft der Winde. Alles bereit, nun kann die Bergung beginnen. Ingrid bedient die Winde und ich versuche mit allen Differenzialen gesperrt, den Defender wieder auf den Damm zu bringen. Die Dorfgemeinschaft stützt den Defender und verhindert so, dass er zur Seite fällt. Halleluja!!! Wir schaffen es im ersten Anlauf und erst noch auf eigener Kraft. Wir bedanken uns mit Luftballonen und einer grosszügigen Spende in die Dorfkasse bei den lieben Helfern. Erleichtert, stolz aber doch ein bisschen schreckhaft fahren wir weiter. Noch immer liegen 20 Kilometer dieses Rumpelpfades vor uns. Wir kommen nur mit Schritttempo vorwärts. Die letzten 500 Meter vor unserem Ziel wird’s noch einmal heftig. Wir verlassen den Damm und fahren über eine weite Schwemmebene. Zuerst ist der Boden noch trocken und hart, dann aber führen uns die Spuren durch schweren, matschigen Boden. Nun heißt es: Alles nur nicht stecken bleiben. Mit hoher Tourenzahl quälten wir unseren Defender durch den Matsch. Mehrmals geraten wir ins Schleudern, können den Wagen aber wieder auffangen. Vorne, links und rechts spritzt der Matsch an Karosserie und Scheiben. Wir sehen fast nichts mehr! Endlich finden die Räder wieder Halt auf dem nun festeren Grund. Geschafft! Erleichterung macht sich breit.

Carl, der junge Fischerei-Manager begrüßt uns und organisiert den Weitertransport mit einem Mokoro zum Shoebill Camp. Wir dürfen unser Auto vor seinem Haus parken.

Wir genießen die Zeit im abgelegenen Shoebill Camp sehr. Es ist einfach, ein bisschen runtergewirtschaftet aber eben etwas ganz besonderes. Wir beziehen ein geräumiges Safarizelt mit eigener Dusche und WC. Am nächsten Morgen um 07.00 Uhr starten wir zu unserer heiß erwarteten Mokorotour zu den Shoebills. Diese Vögel aus der Familie der Störche sind äußerst scheu und vom aussterben bedroht. Es gibt nur noch ganz wenige Exemplare und wer einen zu sehen bekommt, kann sich glücklich schätzen. Wir haben Glück und sehen gleich drei dieser seltsamen Tiere. (Ok…vielleicht auch drei Mal denselben, aber an unterschiedlichen Orten.) das fotografieren dieser Vögel erweist sich als sehr schwierig, weil sie sofort Reißaus nehmen, wenn man ihnen näher kommt. Trotzdem schaffen wir es, mit unserem 500er Tele ein tolles Bild zu schießen, aber wirklich nur ein einziges! Alle anderen sind verwackelt, unscharf oder der Vogel viel zu klein. Wir verbringen einen eindrücklichen Tag in den Sümpfen und freuen uns auf den Braii (Grillabend) mit Tony, dem freiwilligen Helfer, welcher das Camp versucht auf Vordermann zubringen.

Zurück bei Carl, sehen wir, dass unser Defender gründlich gewaschen wurde. Nichts erinnert an die Schlammschlacht. Nur…wir müssen ja wieder durch den Schlamm zurück…

Wir verabschieden uns von Tony und Carl, bekommen noch die letzten Tips welchen Spuren wir durch den Schlamm folgen sollen, und mit viel Anlauf pflügen wir also wieder durch den Matsch. Der Defender heult, wankt, schwankt, schleudert, hüpft…aber bleibt nicht stehen. Auch als wir ungewollt in ein tiefes Schlammloch geraten, welches den Wagen recht aus den Gleichgewicht bringt, pflügt er tapfer weiter. Endlich ist es geschafft und wir haben wieder festen Boden unter den Rädern. Nun nur noch 5 weitere Stunden auf dem saumäßigen Damm und den holprigen Schotterpiste bis zur nächsten Teerstrasse.

In Mpika machen wir Halt in einem günstigen Motel. Der Wagen wird gewaschen und die Radkästen und Bremssysteme vom Schlamm befreit. Wir haben keine Lust selber zu kochen und melden uns im Restaurant zum Dinner an. Wir sind die Einzigen Gäste und schon bald sehen wir uns besorgt an und fragen uns, wie lange wir diese Malzeit wohl “halten” können. Aber die Sorge ist unbegründet. Keiner von und hat Beschwerden.

Müde Fallen wir ins Bett. Aber schon nach wenigen Minuten entscheide ich, dass ich lieber auf dem harten Steiboden schlafe, als in dieser Hänge-Matraze.

Unser nächstes Ziel ist Kapishya Hot Springs, eine wunderbare Lodge mit idyllischem Campingplatz und eben dieser heißen Quelle. Wir verbringen eine Tolle Zeit und ein vergnügsames Diner mit Mark und Mel, den Eigentümern der Lodge. Mark bietet uns an, beim Aufbau ihres Safaricamps “Buffalo Camp” im Northluangwa Nationalpark zuzuschauen. Dieses Angebot lassen wir uns nicht entgehen und beschließen, nach dem Abstecher zum Lake Tanganika, ganz im Norden von Zambia, an der Grenze zu Tanzania, Kongo und Burundi, ins Buffalo Camp zu fahren. Der See ist riesig, fast wie ein Meer! Das Wasser ist unglaublich klar und sauber. Wir machen eine Bootstour in einem alten Fischkutter rund um eine kleine Insel, vorbei an unzähligen Fischern und dem Fischmarkt. Es gefällt uns, trotzdem würden wir den weiten Abstecher zum See nicht mehr machen.

Wir verbringen eine weitere Nacht auf Kapishya Hot Springs und fahren dann mit schwer bepacktem Wagen zum Buffalo Camp. Mark hat und gebeten, noch einiges Material für die Arbeiter im Camp mitzunehmen: 60 Liter Diesel, 2 riesige Säcke mit Stacheldraht und vieles mehr. Wir kommen gut voran und die Strasse ist in einem hervorragenden Zustand.

Wir werden von Mathew herzlich willkommen. Mathew ist der Manager von Kapishya Hot Springs und vom Buffalo Camp. Er und 20 schwarze Arbeiter bauen das Wilderness Camp jedes Jahr von neuem auf. Es ist für uns unheimlich interessant, den Arbeiten zuzuschauen und den Fortschritt zu verfolgen.

Am Nachmittag machen wir eine Walking-Safari mit Sundowner in der Wildnis und anschließender Nacht-Pirschfahrt. Dabei ist zu erwähnen, dass diese Walking Safaris wirklich spannend und manchmal auch gefährlich sind. Wir wandern durch mannshohes Elefantengras und können jederzeit auf Elefanten, Nilpferde, Löwen oder Leoparden treffen. Wegen eines Elefanten müssen wir auch einen Umweg machen, so dass wir ihm nicht zu nahe kommen. Zu unserer Sicherheit ist allerdings ein bewaffneter Guide mit von der Partie. Zurück im Lager kochen wir für uns und Mathew ein lukullisches Abendessen mit gutem Wein. Wir genießen dieses Abenteuer mitten unter wilden Tieren (ohne schützenden Zaun) sehr. Das ist nun wirklich das ultimative Abenteuer.

Nun zieht es uns wieder gegen Süden, über Lusaka, Kafue und Mongu, mit der Fähre über den Zambesi zu den Ngoni Wasserfälle. Auch diese Überfahrt über den Zambesi hat es in sich. Diese Fähren sind eine wie die andere in bedenklichem Zustand. Mit Schlagseite nach Vorne und zur Rechten Seite legen wir ab und mühen uns extrem langsam gegen die Strömung des Zambesi. Der Wagen vor uns auf der Fähre steht während der ganzen Überfahrt im knöcheltiefen Wasser. Zwei Hochleistungspumpen entwässern den leckenden Rumpf der Fähre. Wir sind echt froh, als wir wieder festen Boden unter unseren Rädern haben.

Weiter gehts durch den Caprivi Streifen den wir in einem Schnurtz durchqueren. Am Ende des Caprivi Streifens machen wir in der Mahangu Lodge Halt und campen ein letztes Mal am Oberlauf des Okavango.

 Der weitere Weg führt uns durch den Etosha NP nach Windhoek, wo wir schon bald Nathaly und Gü treffen um die letzten drei Wochen unserer Weltreise gemeinsam zu verbringen.

Auf unserer Fahrt durch den Etosha NP sehen wir wieder jede Menge Tiere. Schon nach wenigen Minuten ein Löwenrudel mit 9 Tieren. In der wunderschönen Toshari Lodge, nur wenig außerhalb des Parkes machen wir Rast. Okonjima ist ein weiterer Halt auf dem Weg nach Windhoek. Wieder buchen wir die Africat Tour und können schöne Leopardenphotos schießen. Über Wesrand Farm und Düsternbrook, die älteste Lodge in Namibia fahren wir nach Windhoek und quartieren uns in der Pension Uhland ein. Wir nutzen die Zeit um unsere Homepage zu aktualisieren und freuen uns auf die Ankunft von Nathaly und Gü.

 

 

 

 

One Response to Durch’s wilde Sambia…

  1. Miriam Valois

    Hi Ingrid and Patrick

    I hope the remainder of your adventure went well after we last met in the Central Kalahari. I must you are an inspiration to me and I have told so many people your story since I got home. Hope you got the leopard when you moved to kory camp. We had so much success in ihaha that we decided to stay for the week and relax. Your friends (I am sorry I forgot their names) told me of a website to find jobs abroad and I can’t remember it and wondered if you could send me their contact information.
    I hope your return trip home is not to challenging and that it is not to hard to settle into normal life 🙂

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