Durch Namibia und Botswana mit Nathay & Gü

Posted by on Juli 9, 2014

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Wir warten gespannt in der Anflugshalle im Flughafen Windhoek auf unsere Freunde Gü und Nathaly. Die Wiedersehensfreude ist gross, wir haben die beiden seit letztem Juli nicht mehr gesehen. Unseren ersten Abend verbringen wir bei der Ombukaremba Lodge, wo wir ein grosses Feuer machen, denn es ist bitterkalt. Am nächsten Morgen zeigt das Thermometer gerade mal 0 Grad. Brrr. Das tut der allgemeinen Stimmung aber keinen Abbruch. Wir fahren nach Windhoek und machen dort einen Grosseinkauf, da wir erst wieder in Swakopmund richtig einkaufen werden können. Der halbe Tag ist vorüber bis alles erledigt ist und wir beschliessen, nur noch bis ins Lake Oanob Resort zu fahren. Es ist noch nicht Hochsaison und freie Campingplätze sind kein Problem. Entsprechend haben wir die Wahl und wir suchen uns ein schönes Plätzchen mit Seesicht aus. Für den See selber ist es zu kalt. Nathaly ist die Mutigste und steckt immerhin den grossen Zeh hinein. Das war es dann aber auch schon.

Unser nächstes Ziel ist die Bagatelle Lodge. Sie liegt mitten in roten Sanddünen und jetzt mit dem langen gold-gelben Grass sieht die Landschaft besonders spannend aus. Heute kochen wir nicht selber sondern lassen uns in der Lodge verwöhnen. Das Essen will verdient sein. Wir haben zwar gebeten, dass wir um 18 Uhr abgeholt werden. Als bis 18.20 Uhr aber niemand auftaucht, machen wir uns zu Fuss auf den Weg und eigentlich tut ein Spaziergang ganz gut und macht auch richtig Hunger.

Für die nächsten drei Tage haben wir eine Luxus-Dünenwanderung gebucht. Frühmorgens fahren wir von der Bagatelle Lodge zum Namib Rand Reserve. Dort soll am frühen Nachmittag unser TokTokkie Trail beginnen. Plötzlich schleudert der weisse Land Rover von unseren Freunden von einer Strassenseite zur anderen und kommt erst nach ein paar Hundert Metern zum Stehen. Was ist passiert? Ein Hinterreifen ist geplatzt, schuld daran ist das Alter des Reifens, das Profil ist noch gut. Gott sei Dank ist es nur ein geplatzter Reifen und ein grosser Schrecken für die beiden, sie sind unverletzt und das Auto hat keine weiteren Beschädigungen. Der Reifenwechsel dauert ein wenig und wir rufen mit dem Satellitentelefon bei TokTokkie an, da wir erst verspätet ankommen werden. Schliesslich geht es weiter und wir kommen ohne weitere Probleme im Reserve an. Eine Mitarbeiterin meldet unserem Guide, dass wir angekommen sind und kurze Zeit später werden wir zum Ausgangspunkt unserer Wanderung gefahren. Unser Guide, Sebastian, weiss viel zu erzählen und ist eine sehr angenehme Person. Unser Camp besteht aus einer Bar, Toilette und Dusche, einem Esstisch unter freiem Himmel und unsere breiten Feldbetten sind paarweise in den Dünen aufgestellt. Wie wir später dankbar feststellen werden, stecken die warmen Daunendecken in einer Zeltplache, welche nicht nur den Körper sondern auch den Kopf bedeckt. Nach Einbruch der Dunkelheit wird es schnell kalt, lausig kalt. Zum Abendessen erhalten wir dicke Wollponchos. Mit Handschuhen und Wollmütze geniessen wir das leckere Abendessen, welches die Köchin Agnes für die insgesamt 6 Gäste und Sebastian zubereitet. Wir haben einen lustigen Abend mit Sternenkunde von Sebastian, bald zieht es uns aber ins warme Bett. Der Luxus hat kein Ende, in jedem Bett steckt eine Wärmeflasche. Die Katzenwäsche ist sehr schnell erledigt. Vom Bett aus beobachten wir den wunderschönen Sternenhimmel. Hier gibt es keine Lichtverschmutzung und die Tausenden Sterne und die Milchstrasse ergeben ein atemberaubendes Bild. Wir schlafen ein, werden aber kurz nach Mitternacht geweckt, da wir etwas Feuchtes auf unserem Gesicht verspüren. Es regnet!! Unser Wandergebiet liegt in dem Gürtel, welcher von der Feuchtigkeit und dem Regen vom Benguela Strom „profitiert“. Wir bringen unsere Schuhe und Kleider in Sicherheit und ziehen dann die Zeltplache über unser Gesicht. Dermassen geschützt schlafen wir trocken und warm weiter. Am Morgen ist es trocken und wir erhalten ein wärmendes Frühstück. Dann geht es weiter mit der Wanderung über den Horse-shoe Pass. Die Wolken sind verschwunden, allerdings bringt uns jetzt ein kalter Wind zum frösteln. Unser Mittagessen wird an einem windgeschützten Ort serviert und anschliessend liegen wir gut eingepackt auf Liegestühlen an der Sonne. Es fühlt sich an wie sonnenbaden auf der Terrasse im Bergrestaurant nach dem Skifahren. Die Wanderung ist für heute noch nicht abgeschlossen und wir stapfen weiter durch den Sand. Die Landschaft ist einmalig schön mit den farbigen Dünen, Bergen und Gräsern. Ab und zu sehen wir auch ein paar Springböcke und Oryx. Der kalte Wind hört nicht auf und so sind wir auch an diesem Abend früh im Bett. Unsere aufmerksamen Betreuer haben für heute Nacht für jedes Paar auch ein Zelt aufgestellt. Wir wollen den Sternenhimmel sehen und so nehmen wir die Feldbetten wieder aus dem Zelt und stellen sie im Freien auf. Nach Mitternacht wird es Pädy und mir aber zu kalt, da der Wind uns ziemlich heftig ins Gesicht bläst. In Windeseile bringen wir unsere Bettrollen zurück ins Zelt und lauschen von dort dem stürmischen Treiben von draussen zu. Am nächsten Morgen marschieren wir zeitig los und sind im Verlauf des Vormittags zurück bei unseren Autos. Dankbar nehmen wir dort noch einmal einen warmen Tee entgegen. Die Namib Rand ist landschaftlich einmalig schön, unsere Crew sehr aufmerksam und aufgestellt, wäre das Wetter noch ein bisschen wärmer gewesen, es wäre der perfekte Ausflug gewesen.

Wir fahren bis Sesriem und campen dort im Sossusvlei Nationalpark. Nach drei Tagen in denselben Kleidern freuen wir uns gewaltig auf eine warme Dusche. Den Sundowner geniessen wir auf der Elim Düne, welche ganz nah am Eingang zum Park liegt. Zufrieden sitzen wir dann um unser Lagerfeuer und geniessen seine Wärme.

Nathaly und Gü wollen als nächstes bis zum Mirabib Camp fahren. Mirabib liegt in der Namib Naukluft auf dem Weg nach Walvis Bay/Swakopmund und das Camp besteht aus fünf wunderbar einsam gelegenen Stellplätzen um einen kleinen Hügel herum. Vom Hügel aus schauen wir dem Sonnenuntergang zu und blicken über eine endlos scheinende Weite. Nachher gibt es wieder das obligatorische Lagerfeuer, um das wir uns eng herumscharen. Obwohl, so kalt wie in der Namib Rand ist es bei weitem nicht mehr. Wir kochen jeweils zu viert, aber in unserem Fall verderben zu viele Köche nicht den Brei. Wir essen immer ausgezeichnet.

In Swakopmund hat das Selberkochen ein Ende. Mit „The Tug“ haben wir ein ausgezeichnetes Restaurant direkt am Atlantik, das u.a. auch Austern serviert. Nathaly und Gü’s Defender ist für einen Service angemeldet und mit dem Service und etlichen anderen Dingen, die wir zu erledigen haben, bleiben wir 4 Nächte in diesem schönen Städtchen. Die einen verzehren abends mit Vorliebe Dutzende von Austern, ich bleibe bei ein wenig Fisch und etwas mehr Fleisch. Tagsüber kommt auch die deutsche Küche mit Kaffee und Kuchen nicht zu kurz.

Nach so viel Schlemmerei und Luxus-Camping (der Alte Brücke Camping hat ausschliesslich private Sanitäranlagen) tut uns die Einsamkeit wieder gut. Wir verlassen Swakopmund mit dem Ziel Messumkrater. Unsere Tour führt uns auf einem 4×4 Track ins Innere des Kraters, den nur die wenigsten befahren. Einsamkeit ist also gegeben. Entsprechend ist es besser, wenn man mit zwei Fahrzeugen hinein fährt. Die Fahrt hinein ist sehr spannend. Wir fahren auf Sand, mehrmals über Kraterrand oder Düne und jedes Mal geht es dahinter zunächst steinig, dann im tiefen Sand steil hinunter. Die Ausblicke sind phantastisch. Wir kommen am Nachmittag ohne Schaden am Platz an, wo wir die Nacht verbringen wollen. Im Krater ist es extrem still. Das Ohr, an einen immer währenden Geräuschpegel gewöhnt, lauscht angestrengt, ob da nicht doch noch ein Laut ist. Es ist nicht. So schweigen auch wir und geniessen.

Auf gutem Track geht es am nächsten Morgen aus dem Krater hinaus. Die heutige Tagesetappe besteht wiederum nur aus Fahren auf Naturstrasse. Entsprechend brauchen wir einige Stunden, um auf die Eileen Guestfarm zu gelangen. Hier sind die Stellplätze leicht erhöht an einem Hügel und wir haben einen schönen Ausblick auf weitere Hügel und Buschlandschaft.  

Via Windhoek fahren wir in den nächsten Tagen nach Ghanzi, das in Botswana liegt. Der Grenzübergang geht schnell und effizient. In Windhoek haben wir wieder unsere Vorräte aufgestockt, da es nun in das Central Kalahari Game Reserve geht, wo wir fünf Nächte bleiben werden. Um diese Jahreszeit sind die Pisten im Reserve gut befahrbar, sie sind hart und tiefer Sand ist eher die Ausnahme. Das Spannende an diesem Park ist zum einen seine Grösse: 52,000 km2. Die Schweiz hat gerade mal gut 40,000 km2. Und auf dieser riesigen Fläche sind wahrscheinlich keine 50 Menschen unterwegs. Dafür tummeln sich Tausende von Springböcken, Oryxe und andere Antilopen in den grossen Pans. Und das wiederum zieht die grossen Katzen an: Kalahari Löwen, Leoparden, Geparden. Unsere Tage sind nicht sehr lang: am Morgen ist es elend kalt (aufgestanden wird mit der Sonne) und am Abend ziehen wir uns nach Einbruch der Dunkelheit bald ins Auto zurück. Die Tage sind gefüllt mit Game Drives und natürlich kochen. Die ersten zwei Nächte bleiben wir im Passarge Valley. Und dann schlägt das Glück für Pädy und mich zu. Nathaly und Gü fahren am Nachmittag noch einmal los, um den Sundowner bei einer Pan zu geniessen. Pädy und ich sind für heute genug gefahren und wir beschliessen, beim Campplatz zu bleiben. Mit unseren Feldstechern beobachten wir, was in der Ebene vor uns vor sich geht. Da sehen wir plötzlich von links etwas katzenähnliches in unsere Richtung laufen. Mit dem Feldstecher sehen wir, dass es ein Leopard ist. Das ist toll!! In unseren 1 ½ Jahren in Afrika ist das erst der zweite wilde Leopard, den wir sehen. Der Leopard beschliesst, unseren Platz etwas näher zu inspizieren und kommt näher. Als er unseren Platz betritt, ziehen wir uns in unser Auto zurück. Was nun folgt, ist für uns einmalig. Der Leopard bleibt für gut 20 Minuten auf dem Platz. Er inspiziert Feuerstelle, Tisch, Stühle und legt sich zwischendurch immer wieder hin. Wir schiessen Foto um Foto (ein halbes Dutzend findet ihr auf der Homepage). Irgendwann – wir sind bereits im Nirwana – läuft er in einem Bogen um unseren Defender herum und verschwindet im Busch. Wow. In kurzer Distanz zum Auto warten wir noch ein wenig und gehen dann seine Pfotenabdrücke studieren. Natürlich tun uns Nathaly und Gü leid, dass sie das Spektakel nicht miterlebt haben. Andererseits machen vier Personen mehr Lärm als zwei und vielleicht wäre der Leopard gar nicht gekommen… Unsere Freunde freuen sich aber für uns und gemeinsam untersuchen wir die Spuren noch etwas weiter. Am nächsten Tag fahren wir in die Sunday Pan. Auf dem Weg dorthin laufen uns buchstäblich drei Geparden über den Track. Dieses Mal sind unsere Freunde vorne und haben etwas mehr von den Katzen. Diese verschwinden bald im Busch und unser Foto ist in der Qualität sehr bescheiden. Ein schönes Erlebnis ist es aber trotzdem. Die Wasserpumpe in der Sunday Pan läuft leider nicht und entsprechend hat es keine Tiere am Wasserloch und auch in der Pan geht es eher ruhig zu. Was nicht heisst, dass wir gar nichts sehen. Es hat neben den Antilopen auch Löffelhunde, Schakale, einen Honigdachs und viele Vögel. Für den Sundowner fahren wir hier mit beiden Fahrzeugen in die Pan hinaus und geniessen den Sonnenuntergang. An einem dieser Sonnenuntergänge läuft eine grosse Gruppe mit Giraffen vor uns durch und der Sonne entgegen. Das ist wirklich Afrika, wie es sich die meisten vorstellen. Mit dem berühmten Kalahari Löwen klappt es auch noch. Im Deception Valley schreitet ein wunderschönes männliches Exemplar über die Ebene. Nicht ganz nah, aber das ist halt die Natur und wir beobachten ihn mit unseren Feldstechern. Die letzte Nacht verbringen wir im Deception Valley, wo wir am Abend zwei bis drei Löwen ganz in unserer Nähe brüllen hören. Obwohl unser Lagerfeuer strategisch sehr gut gelegen ist, ziehen wir uns doch ins Auto zurück, als das Gebrüll immer näher kommt. Ein letztes Mal lauschen wir in der Stille der Nacht, was sich die Tiere draussen zu erzählen haben.

Die Fahrt nach Maun verläuft problemlos und mit grossem Hallo werden wir von unseren Freunden Chrigel und Mischa empfangen. Es ist schön, wieder bei ihnen zu sein. Am Abend gehen wir in die Thamalakane Lodge essen – das Essen ist finanziert von Cathy und Gieri, welche mit uns vor zwei Monaten in Botswana gereist sind und leider vorzeitig nach Hause gehen mussten. Wir sagen noch einmal herzlich Danke.

Der Rest ist schnell erzählt. Nach ein paar Tagen in Maun verabschieden wir uns von allen und fahren innerhalb von drei Tagen von Maun nach Wellington in Südafrika. Das sind 2,500 km. Alles geht gut. In Wellington erwarten uns Russel und Ann sowie Rolf und Anita. Unser Land Rover wird noch einmal richtig gut gepflegt und seit gestern ist er in dem Container verladen. Hier in Kapstadt ist Winter und es ist richtig kalt. Wir freuen uns, dass wir hier ein warmes Bett haben! Jetzt sitze ich in der Küche und schreibe diese letzten Zeilen. Dann heisst es packen, ein letztes Mal Abschied nehmen von unseren Freunden in Afrika und dann Richtung Flughafen. Morgen begrüssen uns unsere Familie und Freunde in der sommerlichen Schweiz.

Schön war es!

 

One Response to Durch Namibia und Botswana mit Nathay & Gü

  1. Paps

    Hola Ingrid, Hola Patrick
    Eure abwechslungsreichen und interessanten Reiseberichte werden mir fehlen.
    Ich wuensche euch Glueck und Wohlergehen fuer eure gemeinsame Zukunft.
    Ich hoffe ueber andere Kanaele von euch zu hoeren.
    Liebe Gruesse aus Santo Domingo Pap/s

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